Bergretter schildern Einsatz

Bub von Lawine getötet – so kam es zum Unglück

In Salzburg ist am Dienstag ein junger Skifahrer von einer Lawine erdrückt worden. Die Bergrettung stand im Dauereinsatz.
Newsdesk Heute
13.01.2026, 22:48
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Viel Schnee gefolgt von Tauwetter – mehr braucht es nicht für eine brandgefährliche Lawinen-Lage. Im Salzburger Pongau musste die Bergrettung am Dienstag gleich dreimal ausrücken. Der erste Alarm ging bereits um 11.20 Uhr ein.

"Ein lokaler Skiführer hatte den Abgang von der Gondel aus beobachtet und die Einsatzkräfte alarmiert", sagt Gerhard Kremser, Bezirksleiter der Bergrettung im Pongau. Innerhalb kürzester Zeit waren 15 Bergretter aus Bad Gastein, Hundeführer der Bergrettung und Hubschrauberteams (Martin1, Martin 10 und Libelle) vor Ort.

Keine Verschüttung bei erstem Einsatz

"Wir konnten den Einsatz aber wieder genauso rasch beenden, denn der Freerider wurde beim Abgang des Schneebrettes nicht verschüttet. Er hatte sich auch gleich bei den Einsatzkräften gemeldet", so Kremser.

Fast direkt im Anschluss wurde es für die Bergrettung Obertauern deutlich dramatischer. Skitourengeher wurden im Bereich der Südwiener Hütte beim Aufstieg von einer Lawine erfasst. Der Mann wurde nur teilverschüttet, konnte sich befreien und seine komplett verschüttete Frau per Lawinen-Tracker orten. Mit seiner Notfallausrüstung konnte er sie vollständig befreien.

"Sie war ansprechbar, leicht unterkühlt und wurde vom Hubschrauberteam von Martin 1 mittels Taubergung ausgeflogen und zur weiteren medizinischen Versorgung nach Obertauern gebracht", berichtet Christian Binggl, Hundeführer und Einsatzleiter der Ortsstelle Obertauern. Dank der guten Vorsorge dürfte sie nicht schwer verletzt worden sein.

13-Jähriger tot

Weniger Glück hatten Urlauber und Bergretter aus Bad Gastein, als um 13.18 Uhr die nächste Alarmierung ausgelöst wurde. Im Skigebiet Sportgastein war es bei der Goldbergbahn-Mittelstation zu einer Lawine gekommen.

"Der 13-jährige Skifahrer aus Tschechien war mit einem weiteren Kind im freien Skigelände unterwegs gewesen", sagt der Einsatzleiter der Bergrettung Bad Gastein, Andreas Kandler.  "Die Buben waren zwischen den Stahlträgern der Lawinenverbauung unterwegs, als sie eine Lawine auslösten. Der 13-Jährige wurde von dem Schneebrett erfasst und gegen die Verbauung gedrückt." Der Unfall passierte etwa 100 Meter oberhalb der Mittelstation.

Obwohl sowohl Bergretter, Bergbahnen-Mitarbeiter und ein Hubschrauberteam rasch vor Ort waren und rund 40 Minuten reanimiert wurde, kam für den Tschechen jede Hilfe zu spät. "Wahrscheinlich ist er an den schweren Verletzungen gestorben." Die Alpinpolizei ermittelt.

Bergretter mahnt zu Vorsicht

In Bad Hofgastein (Siebenspitz, 2.555 m und im Lungau (Thomatal, Mattehanslgrube), für Zell am See (Maurerkogel, 2.074 m) wurden in der Mittagszeit ebenso zeitnah Lawinenabgänge gemeldet, die aber alle ohne Personen-Verschüttung glimpflich ausgingen.

Kremser appelliert um Zurückhaltung im freien Gelände: "Die Lawinengefahr ist derzeit oberhalb der Waldgrenze erheblich. Es gibt sehr viele ältere Triebschneeansammlungen, die teilweise schwer zu erkennen sind. Dazu ist einiges mit Wind an Neuschnee gefallen."

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