Die wirtschaftliche Lage in Österreich bleibt angespannt – und das zeigt sich 2025 deutlicher denn je. Bereits zum dritten Mal in Folge verzeichnet das Land ein Rekordjahr bei Firmeninsolvenzen. "Heute" hat berichtet.
Salzburg ist von dieser Entwicklung besonders betroffen und rückt laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) immer stärker ins Zentrum der Negativstatistik.
Die Zahl der eröffneten Firmeninsolvenzen ist 2025 um satte 10,53 Prozent gestiegen. Damit liegt Salzburg bundesweit auf Platz zwei der Negativstatistik, nur Oberösterreich verzeichnete mit +15,15 Prozent noch mehr Pleiten.
Konkret wurden in Salzburg 231 Insolvenzverfahren eröffnet, im Jahr davor waren es noch 209. Der Aufwärtstrend ist damit klar und alarmierend.
Noch dramatischer zeigt sich die Lage bei den beantragten Insolvenzverfahren: Insgesamt wurden 448 Verfahrenseröffnungen beantragt, ein Plus von 16,06 Prozent.
Doch in 217 Fällen zog das Insolvenzgericht die Reißleine – die Anträge wurden mangels kostendeckenden Vermögens abgewiesen. Das entspricht einem Anstieg von 22,60 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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Von jenen Unternehmen, bei denen eine Verfahrenseröffnung möglich war, beantragten 26 Betriebe ein Sanierungsverfahren. In 22 Fällen wurde dieses ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das bedeutet: Mindestens 20 Prozent Quote, zahlbar innerhalb von zwei Jahren – für viele Firmen eine kaum zu schaffende Hürde.
Insgesamt wurden 185 Firmeninsolvenzen in Salzburg aufgehoben. Mehr als ein Drittel endete mit einem Sanierungs- oder Zahlungsplan. In 35,14 Prozent der Fälle kam es nach der Vermögensverwertung zu einer tatsächlichen Ausschüttung an die Gläubiger. Bitter: In 23,24 Prozent der Verfahren gingen Gläubiger komplett leer aus – es gab eine Nullquote.
Ein Blick auf die Branchen zeigt, wo es besonders brennt. Spitzenreiter ist der Handel mit 66 Insolvenzeröffnungen, dicht gefolgt von Beherbergung und Gastronomie mit 61 Fällen. Auch die Baubranche bleibt ein Sorgenkind und kommt auf 60 Insolvenzen.
Für die meisten betroffenen Arbeitnehmer sorgte das Verfahren der HYGIA Hausbetreuung & Entrümpelung GmbH aus Hallein – 95 Dienstnehmer waren betroffen. Dahinter folgen die SBG5020 Gastro Betriebs GmbH, die G.A. Service GmbH und die maxxup GmbH mit jeweils rund 50 Beschäftigten.
Die höchsten Schulden türmen sich bei der BoutiqueHomes GmbH aus Mattsee, Betreiberin eines Tiny-House-Resorts. Bis zur Prüfungstagsatzung im November wurden Forderungen von über 18 Millionen Euro angemeldet. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Polprojekt GmbH aus Wals mit rund 11,9 Millionen Euro Schulden sowie die WEISS GmbH aus Flachau mit etwa 10,65 Millionen Euro Verbindlichkeiten. In beiden Fällen stehen die Prüfungstagsatzungen noch aus.
Die Insolvenzen 2025 in Salzburg zeigen deutlich: Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, die Pleitenwelle rollt weiter. Steigende Kosten, Auftragsrückgänge und Liquiditätsengpässe bringen immer mehr Unternehmen zu Fall.
Ein Ende des Negativtrends ist derzeit nicht in Sicht – im Gegenteil: Salzburg steht vor einem der schwierigsten Wirtschaftsjahre der letzten Jahrzehnte.