Wenn zu Silvester Raketen in die Luft geschossen werden, ist das für viele Tiere alles andere als ein Spaß. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Knallerei und das grelle Licht enormen Stress bei Haus- und Wildtieren auslösen. Die Tiere geraten in Panik, flüchten kopflos und stehen oft tagelang unter Schock. Besonders Hunde, Katzen, Vögel und Wildtiere leiden extrem unter dem Lärm.
„Was für Menschen wenige Minuten Unterhaltung ist, bedeutet für Tiere oft Todesangst“Stephan ScheidlTierheimleiter, Tierschutz Austria
Gerade im Winter kann so eine Panik für Wildtiere und Haustiere sogar tödlich enden. Für viele Tierschützer gibt es hier einfach kein Argument mehr für sinnlose Raketen und gefährliche Böller.
Die Auswirkungen gehen aber noch weiter: Studien belegen, dass es durch Feuerwerk langfristig zu Problemen bei Wildtieren kommt. Sie ändern ihre Wanderwege, das Brut- und Rastverhalten wird gestört, und vor allem Vögel verlieren wichtige Plätze, an denen sie sich erholen oder brüten könnten.
Auch für die Umwelt ist das Feuerwerk ein echtes Problem. Die Raketen und Böller hinterlassen Feinstaub, Schwermetalle und andere Chemikalien, die Boden und Wasser verschmutzen. Besonders kritisch ist das Zünden in der Nähe von Flüssen, Seen oder Vogelbrutplätzen, weil dort die Schadstoffe direkt ins empfindliche Ökosystem gelangen.
Tierschutz Austria fordert daher, dass das Pyrotechnikgesetz dringend überarbeitet wird. Es braucht klare und kontrollierbare Regeln. "Frankreich zeigt seit Jahren, dass ein sicherer Jahreswechsel ohne Chaos, Verletzungen und Tierleid möglich ist und ab 2026 sind in den Niederlanden private Feuerwerke verboten", so Scheidl. "Auch in Österreich braucht es endlich klare Regeln – und den politischen Willen, sie durchzusetzen."
Du musst also nicht auf eine schöne Silvesternacht verzichten, nur weil du auf Feuerwerk verzichtest. Es gibt genug zentrale und kontrollierte Veranstaltungen oder alternative Licht- und Kulturformate, bei denen du feiern kannst, ohne Tiere und Umwelt zu belasten.
"Silvester darf kein Ausnahmezustand für den Tierschutz sein", betont Scheidl. "Wer Tiere liebt, schießt nicht. Ein verantwortungsvoller Jahreswechsel ist ein Gewinn für Mensch, Tier und Natur."