Was als anonyme Schmutzkübel-Attacke gegen den beliebten Bürgermeister von Hallein (Sbg.) begann, beschäftigt nun die Kripo und zwei Staatsanwaltschaften. Nach Flugblättern, Stickern und der Veröffentlichung kompromittierender Chatverläufe, die SPÖ-Ortschef Alexander Stangassinger mit einer (angeblichen) Frau geführt haben soll, spitzt sich die Causa zu.
Beamte forschten einen Verdächtigen aus – und vermuten Rache als Motiv. Im Visier steht laut "Heute"-Infos ein in der Fan-Szene bestens bekannter Fußball-Hooligan, der auch als Unternehmer tätig ist. Ihm sollen im Sommer in seinem Kellerlokal nicht erlaubte Geräte behördlich entfernt worden sein. Seine Wut richtete sich gegen den Politiker – daraufhin soll der Verdächtige einen perfiden Plan geschmiedet haben.
Schließlich wurden Screenshots von angeblichen Chats mit einer Frau im Ortsgebiet ausgehängt und von möglichen Mittätern anonym verbreitet, wir berichteten. Ungeschickterweise fand sich der volle Name des Vorbestraften offenbar in den Meta-Daten der verschickten Dateien. Bei Hausdurchsuchungen an seiner Wohnadresse und bei zwei Gesellschaften wurden jetzt Handys, SIM-Karten, Computer, Laptops, Tablets, USB-Sticks und Kameras sichergestellt.
Derzeit wird geprüft, ob und inwiefern das brisanten Material über den Bürgermeister verändert oder manipuliert wurde – ein KI- und IT-Sachverständiger wurde mit der Prüfung beauftragt. Brisant: Gegen den Verdächtigen läuft nach einer wilden Schlägerei auf einer Fußballtribüne, bei der ein Fan einen verschobenen Nasenbeinbruch und ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt, bereits ein Verfahren.
Die zuständige StA Wr. Neustadt soll nun auch die Stalking-Causa beackern. Stangassingers Anwalt Johannes Zink wollte gegenüber "Heute" den kruden Krimi nicht weiter kommentieren. "Nur so viel: Mein Mandant wurde Opfer einer Straftat", erklärt er. Es gilt die Unschuldsvermutung.