Günther Paal angeklagt

Termin fix! Gunkl-Prozess soll nur 3,5 Stunden dauern

Gegen Kabarettist Günther Paal liegt eine Missbrauchsanklage vor. Jetzt steht fest: Der Prozess findet am 22. Oktober in Wien statt.
Newsdesk Heute
18.09.2026, 15:29
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Jetzt gibt es einen Termin im Fall rund um den österreichischen Kabarettisten Günther Paal (64), bekannt unter seinem Künstlernamen "Gunkl". Am 22. Oktober muss er sich vor Gericht verantworten. Laut Landesgerichts-Sprecherin Christina Salzborn wird gegen alle drei Beschuldigten gemeinsam verhandelt. Dafür wurden im Großen Schwurgerichtssaal dreieinhalb Stunden veranschlagt, berichtet die APA.

Gegen Paal wurde Anklage wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen sowie wegen des Besitzes von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial erhoben. Der Kabarettist befindet sich auf freiem Fuß, es gilt die Unschuldsvermutung. Der Mutter und Großmutter des betroffenen Kindes wird schwere Erpressung vorgeworfen.

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Der konkrete Vorwurf wiegt schwer: Anfang 2025 soll Paal eine sexuelle Handlung an einem damals vierjährigen Mädchen vorgenommen haben. Darüber hinaus sollen bei ihm 960 Bilder und 19 Videos mit sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial sichergestellt worden sein.

"Gunkl" zeigte sich selbst an

Ins Rollen kam das Verfahren durch Paal selbst. Der 64-Jährige erstattete im Mai Selbstanzeige und kooperierte mit den Ermittlern. Laut seinem Verteidiger soll es sich bei dem Übergriff um einen einmaligen Vorfall gehandelt haben.

Nachdem die Anklage bekannt geworden war, äußerte sich Paal auch öffentlich. In einer Videobotschaft gestand er sein Fehlverhalten ein. "Ich habe Schande auf mich gebracht", sagte der Kabarettist. Er bedaure zutiefst, was er getan habe.

Auch zu den sichergestellten Dateien äußerte er sich. Es habe in seinem Leben eine Phase gegeben, in der er Interesse an derartigen Videos gehabt habe. Paal erklärte außerdem, eine Strafe akzeptieren zu wollen.

189.000 Euro gefordert

Der Fall hat noch eine zweite Ebene. Die Mutter des Mädchens und deren Mutter sollen Paal nach dem Übergriff massiv unter Druck gesetzt haben. Laut Anklage sollen die beiden Frauen von Anfang 2025 bis Anfang Juni 2026 insgesamt 189.000 Euro von dem Kabarettisten erhalten haben.

Dabei sollen sie mit der Veröffentlichung von Fotos gedroht haben, die Paal bei einer sexuellen Handlung an dem Kind zeigen sollen. Gegen die beiden Frauen wurde wegen Erpressung beziehungsweise schwerer Erpressung Anklage erhoben. Sie befinden sich in Untersuchungshaft.

Auch Kinder wurden Mutter abgenommen

Das betroffene Mädchen und sein jüngerer Bruder befinden sich mittlerweile nicht mehr bei ihrer Mutter. Die Kindesabnahme steht nach Angaben ihres Rechtsvertreters allerdings nicht mit dem mutmaßlichen sexuellen Übergriff in Zusammenhang.

Die Kinder- und Jugendhilfe soll wegen der Lebensumstände der Familie eingeschritten sein. Laut bisher bekannten Angaben lebte die Mutter gemeinsam mit ihren Kindern und 19 Hunden in einem Haushalt.

Auftritte wurden abgesagt

Für Paal hatte das Bekanntwerden der Vorwürfe bereits unmittelbare berufliche Folgen. Die geplante Premiere seines neuen Programms "Apropos übrigens" im Wiener Stadtsaal wurde kurzfristig abgesagt. Auch weitere Vorstellungen wurden gestrichen.

Der ORF erklärte zudem, derzeit nicht mit dem Kabarettisten zusammenzuarbeiten. Auch Ausstrahlungen älterer Produktionen mit Paal seien derzeit nicht geplant.

red,18.09.2026, 15:29