Bei den Vienna Capitals startet eine neue Eiszeit. Nach drei Saisonen, in denen die Wiener ihre Ziele verfehlten, wurde im Sommer kräftig umgebaut. Der wichtigste Neue steht an der Bande: Coach Mike Stewart soll die Caps wieder nach oben führen.
"Ich will Mentalität, Zusammenhalt und aggressives Eishockey sehen", sagt Stewart zu "Heute". Der 54-Jährige kennt Österreich bestens. Als beinharter Verteidiger wurde der Kanadier beim VSV zur Legende, später sammelte er als Trainer unter anderem in Wolfsburg und Köln Erfahrung.
Nun soll er die Capitals zurück in die Top 6 führen. "Ich war beeindruckt von den Plänen in Wien. Es gibt hier eine Tradition, eine Top-Stimmung in der Halle. Wir können den nächsten Schritt machen", sagt Stewart.
Wunderdinge will der neue Caps-Coach zum Start aber keine versprechen. "Mein Team muss sich erst finden. Es wird steinig. Wichtig wird, wie wir die Hürden nehmen."
Die ersten davon musste Stewart bereits in der Vorbereitung überwinden. Gleich sechs Spieler verletzten sich, mit Wraneschitz und Zimmermann stand kein fitter Goalie zur Verfügung. Deshalb hilft der schwedische Star-Goalie Adam Reideborn zum Saisonstart am Freitag in Bozen aus.
Auch Neuzugang Konstantin Komarek erwischte es. Der gebürtige Wiener absolvierte kein einziges Testspiel und wird auch beim Auftakt am Freitag fehlen. Lange soll seine Pause aber nicht mehr dauern. "Ich werde bald fit sein", verspricht Komarek.
Trotz der schwierigen Vorbereitung ist die Richtung klar. "Wir haben tolle Charaktere in der Kabine. Ziel sind die Top 6", sagt Komarek.
Genau dort wollen die Capitals nach drei enttäuschenden Saisonen endlich wieder landen. Sportdirektor Christian Dolezal macht aus dem Anspruch keinen Hehl.
"Wir haben die letzten Saisonen unsere Ziele nicht erreicht, deshalb haben wir an den Schrauben gedreht", sagt er. Die wichtigste Entscheidung fiel auf der Trainerbank: "Mike Stewart war unser Wunschkandidat - ein riesiger Baustein."
Doch nicht nur der Coach ist neu. Stewart soll den Wienern eine andere Spielidee verpassen. "Wir haben jetzt einen neuen Trainer und ein neues System. Ziel sind die Top 6. Wir haben das Team, die Führungsspieler und die Trainer dafür", erklärt Dolezal.
Dafür wurde auch am Kader gearbeitet. Mit Verteidiger Nick Bailen aus Graz sowie den Stürmern Jakob Lilja aus Zug und Shane Gersich aus Bozen kam viel Qualität und Erfahrung nach Wien.
Auch Kapitän Linden Vey sieht die Caps besser aufgestellt: "Wir haben mehr Erfahrung im Team - das hilft."
Stewart will seiner Mannschaft vor allem eines möglichst schnell einimpfen: "Wir wollen Mentalität ab der ersten Woche zeigen."
Eine Unbekannte bleibt für den Coach die Liga selbst. Stewart kennt Österreich zwar aus seiner Zeit als Spieler, muss sich mit den aktuellen Gegnern aber erst vertraut machen. Sorgen bereitet ihm das nicht. "Ich muss die Liga kennenlernen. Heute gibt es aber keine Geheimnisse, sondern viele Videos von den Gegnern."
Druck verspürt Stewart vor seinem Debüt keinen. "Ich spüre keinen Druck", sagt der Caps-Coach. Und schiebt trocken nach: "Sonst müsste ich was anderes tun."