Viele frostige Nächte haben diesen Winter zur Belastungsprobe gemacht. Mehr als 150 Anrufe gingen heuer beim Salzburger Kältetelefon ein. Für Torsten Bichler, Bereichsleiter für Soziale Arbeit bei der Caritas, ist das eine positive Bilanz.
Gegenüber dem ORF betonte Bichler, es gebe "einen leicht steigenden Trend im Vergleich zu den Vorjahren, aber nicht in einem Ausmaß, dass wir deswegen über Veränderungen nachdenken müssen". Das Angebot bestehe seit zwölf Jahren und habe sich bewährt. Zuletzt war jedoch Kritik laut geworden. Manche Anrufer hätten das Gefühl, es werde nicht oder zu langsam reagiert. Die Caritas weist diese Vorwürfe nun zurück.
Hier kannst du die aktuellen Kältetelefon-Nummern für ganz Österreich gesammelt abrufen:
https://www.caritas.at/hilfe-angebote/obdach-wohnen/kaeltetelefon
Wichtig: In akuten Notfällen bitte sofort die Rettung unter 144 verständigen.
Man habe schlicht nicht die Kapazitäten, sofort Streetworker loszuschicken, so Bichler. Dennoch sei jeder Hinweis wertvoll. Rund 90 Prozent der gemeldeten Personen seien der Caritas bereits bekannt.
"Neu ist oft nicht der Mensch, der gemeldet wird, sondern der Aufenthaltsort der Menschen", erklärt Bichler. Genau diese Information brauche das Streetwork-Team, um gezielt helfen zu können. Klar sei aber auch: "Das Kältetelefon lindert die Not der Menschen, löst aber definitiv keine Wohnungslosigkeit oder Obdachlosigkeit auf."
Gerade im Winter könne Aufmerksamkeit Leben retten. Wer eine hilflose Person sieht, solle nicht wegschauen, sondern nachfragen. Ist jemand nicht ansprechbar oder in akuter Gefahr, müsse sofort die Rettung unter 144 verständigt werden.
Für die Caritas ist klar: Das Kältetelefon ist ein wichtiges Instrument gegen akute Not auf der Straße. Die Verantwortung für medizinische Notfälle bleibt aber bei der Rettung.