Es ist mittlerweile zu einem Relikt früherer Zeiten geworden. Früher trank fast jedes Schulkind in der Pause eine Schulmilch, jetzt werden die kleinen Packerl mit Milch oder Kakao eher zu einem Randphänomen.
Im Jahr 2000 wurden in ganz Österreich rund 5,1 Millionen Liter Schulmilch getrunken. 2010 waren es nur mehr 3,8 Millionen Liter. Im vergangenen Schuljahr 2024/25 sank die Menge weiter auf nur noch rund 1,1 Millionen Liter. Das ist ein Rückgang von knapp 80 Prozent!
Beispiel Salzburg: Während des Höhepunkts in den 1980er-Jahren wurden dort noch 400 Schulen und Kindergärten beliefert. Heute bieten nur noch sechs Landwirte im Bundesland Schulmilch an, das berichtet der ORF. Die Liefermenge ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen.
Im vergangenen Schuljahr wurden im Bundesland Salzburg rund 63.000 Liter Schulmilch ausgeliefert. Das ist deutlich weniger als in den 1980er-Jahren. Die gesunkene Nachfrage macht den verbliebenen Salzburger Schulmilchbauern zu schaffen, etwa Nikolaus Unterholzer in Hallwang im Flachgau.
Während sein Vater vor zehn Jahren noch täglich 2.500 Milchbecher für 21 Schulen abfüllte, sind es jetzt nur noch rund 600 Becher für zehn Schulen. "Wir haben leider seit zehn Jahren schon starken Rückgang. Ich kämpfe wirklich für jede Schule und war in diesem Jahr schon bei sieben Schulen, aber es fängt keine an damit. Damals hatten wir über 100 Schulmilchbauern in Österreich, jetzt sind wir etwa bei 50. Es haben einige das Handtuch geworfen", sagt Unterholzer im ORF.
Auch die Salzburg Milch stellte ihr Schulmilchprogramm schon vor 20 Jahren wegen der gesunkenen Nachfrage ein. Die meisten Schulbuffets beziehen ihre Produkte seither über den Großhandel und nicht mehr direkt von den Molkereien.
Gegründet wurde die Schulmilchaktion vor fast 100 Jahren, um unterernährte Kinder zu unterstützen. Heute wollen immer mehr Salzburger Schulen den organisatorischen Aufwand nicht mehr in Kauf nehmen.