Die "Vision Zero" soll bald Realität sein. Salzburg führt seit Jahren innovative Methoden ein, um im Straßenverkehr für mehr Sicherheit zu sorgen. Neben regelmäßigen Schwerpunktaktionen sind seit Kurzem etwa auch sogenannte "Lärmblitzer" im Einsatz.
Sie lösen aus, wenn Tuner und Auto-Poser ihren Auspuff "knallen" lassen oder mit illegal modifizierten Motoren die erlaubte Lautstärke weit überschreiten. Theoretisch könnten sie völlig automatisch auslösen und strafen, noch fehlt dazu aber die rechtliche Grundlage.
Jetzt will das Land einen weiteren "Superblitzer" auf die Straße bringen, um damit die Unfallursache Nummer 1 zu eliminieren: die Ablenkung.
Im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz sind sogenannte "Handyblitzer" ("Monocam") bereits im Regelbetrieb. Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll hat sich mit einer Salzburger Delegation vor Ort ein Bild davon gemacht.
Der Handyblitzer erkennt automatisiert, ob der Lenker gerade mit einem Smartphone hantiert. Ist das der Fall, wird ein Foto gemacht, das dann von einem geschulten Polizisten nochmals überprüft wird. In Rheinland-Pfalz werden so im Schnitt 200 Verstöße pro Monat festgestellt.
Damit es so weit kommen konnte, musste eigens das Polizeigesetz geändert werden. "Wir prüfen gerade, welche rechtlichen Maßnahmen für einen Einsatz der Handyblitzer auch in Österreich notwendig sind und werden mit konkreten Schritten an den Bund herantreten", so Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll.
"Wir müssen die Möglichkeiten der modernen Technik nutzen, um unseren Straßenverkehr noch sicherer zu machen. Wer bei 50 Stundenkilometern nur drei Sekunden aufs Handy schaut, ist über 40 Meter im Blindflug unterwegs."
Rheinland-Pfalz hat sich dazu bereit erklärt, mit dem Handyblitzer nach Salzburg zu kommen, um das Gerät vor Ort zu Demonstrationszwecken zu präsentieren. "Im Rahmen der Bemühungen zur Schaffung der gesetzlichen Grundlagen wollen wir diese Chance nutzen, um Verkehrsminister Peter Hanke und die Verkehrsreferenten der übrigen Bundesländer zur Demonstration in Salzburg einzuladen", erklärt Stefan Schnöll.