"Alkohol und Drogen! Autofahrer muss nun zu Fuß gehen" oder "1,72 Promille, kein Gurt – Mama mit Kind (6) gestoppt" – das sind nur zwei Beispiele, bei denen die Lenker ihren Führerschein auf Zeit abgeben mussten. Etwa 90.000 solcher Fälle gibt es jährlich in Österreich.
Seit bald zwei Jahren dürfen auch Autos von Rasern beschlagnahmt werden. Doch bei Leasing-, Miet- oder Firmenwagen greift diese Maßnahme nicht. Deshalb will Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP) einen großen Schritt weitergehen.
"Wenn jemand z.B. mit 120 km/h durch das Ortsgebiet rast, dann macht er das bewusst und nimmt den Tod von Passanten und anderen Verkehrsteilnehmern billigend in Kauf", warnt Schnöll. Die Präventivwirkung der Fahrzeug-Beschlagnahme sei begrenzt, wenn das Auto gar nicht dem Lenker gehört.
Die Lösung: eine drastische Strafe für besonders gefährliche Lenker. Schnöll sagt: "Wir müssen über einen lebenslangen Führerscheinentzug bei Allgemeingefährdung diskutieren." Ziel sei es, jene zu treffen, die mit ihrem Verhalten Menschenleben riskieren – egal wem das Auto gehört.
Er will eine Gesetzeslücke schließen, denn bisher konzentriert sich die Regelung auf das Fahrzeug. Schnöll fordert daher, die Verantwortung stärker beim Lenker zu verankern. "Es ist höchste Zeit, die Führerscheinentzugsdauer bei besonders schweren Fällen drastisch zu erhöhen – bis hin zum lebenslangen Entzug."