Die internationale Hard-Techno-Szene steht derzeit massiv unter Druck. Fünf namhafte Artists sehen sich schweren, wenn auch bisher unbestätigten Anschuldigungen ausgesetzt. Im Raum stehen Vorwürfe wie Machtmissbrauch, Drogenmissbrauch und sexualisierte Gewalt im Backstage-Bereich.
Nun zieht das Electric Love Festival in Salzburg (im Juli mit 200 Acts auf sieben Bühnen) Konsequenzen. In einem ausführlichen Statement auf Social Media beziehen die Veranstalter klar Stellung: "Die Dinge, die aktuell in der internationalen Szene diskutiert werden sind absolut ekelhaft und beschämend, und es ist nicht auszudenken, wie es Opfern solcher Verbrechen gehen muss", das berichtet 5min.at.
Für einen der DJs hat das bereits konkrete Folgen. Das Festival teilte mit: "Im konkreten Fall hatten wir bereits die Möglichkeit, uns dieses Bild zu verschaffen, und sind zu dem Schluss gekommen, dass er von unserem Line-up entfernt wird und nicht beim Electric Love 2026 performen wird".
Das Festival-Team betont, dass Sicherheit und Schutz möglicher Opfer oberste Priorität haben. Gleichzeitig mahnen die Verantwortlichen zur Differenzierung. In dem komplexen Geflecht aus Social-Media-Vorwürfen wolle man genau prüfen, was strukturelle Probleme seien und wo es sich um persönliche Fehler ohne strafrechtliche Relevanz handle (aus diesem Grund nennt "Heute" keinen der Beschuldigten).
Wörtlich heißt es: "Was von alledem ist eine wichtige Aufarbeitung von schlimmen Verbrechen? Was davon ist ein strukturelles Problem, von dem wir auch ein Teil sind? Was ist ein Rachefeldzug? Was davon ist womöglich ein persönlicher Fehler und mangelnde Treue in einer Beziehung, aber keine Straftat?". Diese notwendige Zeit zur Klärung sei "kein Nachteil für Opfer", sondern Grundlage für echte Prävention.
Für die Zukunft kündigt das Electric Love Festival an, den Artist-Bereich noch genauer zu prüfen. Ziel sei es, präventiv sicherzustellen, "dass es gerade in dem ungleichen Kräfteverhältnis zwischen prominenten Künstler und Fans zu keinem Missbrauch kommt". Zwar gehe man nicht davon aus, dass der eigene Backstage-Bereich bisher ein Nährboden für derartige Taten gewesen sei, ausschließen könne man das jedoch nie.