Zwei fürchterliche Dramen ereigneten sich aufgrund der Eiseskälte auf den Straßen Wiens: Seit Sonntag sind laut "Heute"-Infos zwei Männer erfroren.
Am 11. Jänner war ein Mann von einem Streetworker-Team leblos in einem Park in Favoriten aufgefunden worden. Nachdem er nicht mehr ansprechbar war, haben die Sozialarbeiter sofort die Rettungskräfte verständigt und gemeinsam mit Beamten der Polizei Reanimationsversuche unternommen. Die Sanitäter, die kurze Zeit später eintrafen, konnten jedoch nur noch den Tod des Mannes feststellen.
Auf "Heute"-Anfrage bestätigt die Caritas die Obdachlosen-Tragödie vom vergangenen Wochenende. Die Eiseskälte der vergangenen Wochen habe bereits in mehreren Fällen zu gefährlichen Unterkühlungen geführt.
"Wir sind alle sehr betroffen und traurig. Trotz vereinter Anstrengungen und einer enormen Hilfsbereitschaft von der Bevölkerung, Hilfsorganisationen, Rettungsdiensten, Polizei und Stadt Wien, gibt es leider seit längerer Zeit wieder erste obdachlose Menschen, die erfrieren", sagt Caritas-Direktor Klaus Schwertner zu "Heute".
„Es zeigt, wie wichtig es ist, aufmerksam zu bleiben und füreinander da zu sein. Danke allen, die die Nummer des Kältetelefons wählen und helfen.“Klaus SchwertnerCaritas-Direktor
Bereits tags zuvor musste ein Obdachloser in Wien-Floridsdorf, der von Streetworkern aufgesucht wurde, in akuter Lebensgefahr von der Rettung ins Krankenhaus gebracht werden. Beim Eintreffen der Sozialarbeiter war auch dieser Mann nur noch schwer ansprechbar und stark unterkühlt. Die Helfer leisteten Erste Hilfe. Selbst die Kunst der Ärzte im Krankenhaus konnte allerdings nichts mehr ausrichten – der Obdachlose ist mittlerweile verstorben. In der Frauenstiftgasse, in der er sich aufgehalten hatte, entzündeten Menschen Gedenkkerzen.
Kontaktmöglichkeiten Kältetelfon
Wien Kältetelefon Caritas Wien: 01/4804-553 – 0:00-24:00 Uhr, 29. Oktober bis 29. April
Burgenland Kältetelefon Caritas Burgenland: 0676/8373-0322 – 08:00-22:00 Uhr, 1. November bis 31. März
Steiermark Kältetelefon Caritas Steiermark: 0676/8801-58111 – 18:00-24:00 Uhr, 11. November bis 31. März
Kärnten Kältetelefon Caritas Kärnten: 0463/3960-60 - 18:00-06:00 Uhr, 1. November bis 31. März
Salzburg Kältetelefon Caritas Salzburg: 0676/8482-10651 – 0:00-24:00 Uhr, 1. November bis 31. März
Tirol Kältetelefon: 0512/2144-7 (TSD – Tiroler Soziale Dienste GMBH) – 0:00-24:00 Uhr, 1. November bis 30. April
Vorarlberg Caritas Center Feldkirch: 05522/200-1700 – 08:00-12:00 Uhr (Mo-Fr)
Notschlafstelle am Jahnplatz 4 in Feldkirch: 05522/200-1200 – 16:30-08:00 Uhr
Caritas Café 05522/200-1570 – 08:30-16:30 Uhr (Mo-Fr), 08:30-12:00 Uhr (Sa)
Oberösterreich Kältetelefon für das Linzer Stadtgebiet – Sozialverein B37 – OBST 0732/7767-67560, 10:00-12:00 Uhr (Di, Do) – 1. November bis 31. März. Außerhalb der genannten Zeiten ist ein Anrufbeantworter aktiv.
Niederösterreich Kein Kältetelefon! Notschlafstellen gibt es in St. Pölten (Emmaus) und Wr. Neustadt (Verein für soziale Betreuung Süd und VBO); Infos über Wohnungslosenhilfeeinrichtungen in NÖ unter www.netwo-noe.at
"Beide Fälle", so die Caritas, "machen auf tragische Weise deutlich, wie lebensbedrohlich die eisigen Temperaturen für obdachlose Menschen sind. Und sie zeigen, wie wichtig die städtische Winternothilfe ist." Die Stadt hatte gemeinsam mit Hilfsorganisationen noch vor wenigen Tagen 40 zusätzliche Notquartierbetten zur Verfügung gestellt. Auch Angebote wie das Kältetelefon der Caritas (Telefonnummern siehe Infobox) oder die Kälteapp der Stadt Wien können lebensrettend sein.
Allein beim Kältetelefon zählte die Caritas zuletzt bis zu 350 Meldungen pro Tag. "Unsere Bitte lautet: Halten wir diese Hilfe weiter aufrecht! Jeder Hinweis, jeder Anruf kann Leben retten. Wenn sich eine Person in akuter Gefahr befindet, rufen Sie bitte umgehend die Rettung", so die Hilfsorganisation.
Seit November seien allein in Wien mehr als 8.000 Anrufe beim Caritas-Kältetelefon eingegangen. Bei allen medizinischen Notfällen soll jedoch unbedingt die Rettung unter der Notrufnummer 144 verständigt werden. "Die Caritas wird weiterhin alles unternehmen, um Menschen in Not jetzt in der kalten Jahreszeit zu unterstützen – mit Notquartieren, Wärmestuben, den Suppenbussen und mobilen Streetworkteams", so eine Sprecherin.