Auto demoliert

Streit um Gehalt eskaliert – Polizei muss eingreifen

Vier Tage gearbeitet, doch 200 Euro Lohn sollen bis heute fehlen. Als Stefan sein Geld beim Chef einfordert, eskaliert der Streit.
Maxim Zdziarski
02.10.2026, 14:27
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Was als Streit um eine ausstehende Zahlung begann, endete am Donnerstag mit einer heftigen Auseinandersetzung und einem beschädigten Auto.

Stefan hat Anfang September vier Tage lang für eine Firma aus Niederösterreich gearbeitet. Dafür hätte der Wiener rund 200 Euro bekommen sollen. Bezahlt wurde seine tatsächlich geleistete Arbeit bis heute aber nicht, schildert er gegenüber "Heute".

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Der 32-Jährige ist Vater von zwei Kindern, eines davon ist autistisch und benötigt besondere – und auch kostspielige – Betreuung. Auch deswegen ist für ihn ist der Lohn besonders wichtig.

Vier Tage arbeit und kein Geld

Stefan erzählt, er habe vom 1. bis 4. September für das Unternehmen gearbeitet. Seine Arbeitszeiten hat er genaustens dokumentiert. Trotzdem sei er erst einen Tag später angestellt und früher wieder gekündigt worden – ohne sein Wissen. Mehrfach habe er den Chef aufgefordert, ihm das Geld für die geleisteten Stunden zu überweisen. Ohne Erfolg.

Der Streit um 200 Euro geriet völlig aus dem Ruder.
Leserreporter

Der Firmenchef soll laut Stefan argumentiert haben, dass durch den "administrativen Aufwand" mehr Kosten entstanden seien, als ihm an Lohn zustehen würde. Für Stefan war spätestens dann Schluss mit Höflichkeiten. Am Donnerstag entschloss er sich Nägel mit Köpfen zu machen und fuhr zum Firmengelände, um die Sache persönlich zu klären.

Chef soll zum Faustkampf aufgefordert haben

Dort sei die Situation innerhalb kürzester Zeit völlig eskaliert. "Ich war sauer und habe natürlich auch geschimpft", räumt Stefan im "Heute"-Talk ein. Dann habe der Firmenchef seine Brille abgenommen und soll ihn sogar zu einem Faustkampf aufgefordert haben. Doch der 32-Jährige ließ sich davon nicht provozieren und stieg daraufhin in seinen VW Golf, um sich der angespannten Situation zu entziehen. Doch damit war der Streit noch lange nicht vorbei.

Mann springt auf Auto und schlägt gegen Scheibe

Der Firmenchef soll sich laut Stefan vor die Motorhaube gestellt haben – Stefan wich ihm beim Versuch loszufahren allerdings aus. Daraufhin sei der Mann seitlich auf das Auto gesprungen und habe mit Händen und Armen gegen die Windschutzscheibe geschlagen. Dabei wurde Stefans Auto stark beschädigt. "Sowas habe ich noch nie erlebt", zeigt sich Stefan noch einen Tag später völlig schockiert.

Die alarmierte Polizei kam schließlich zum Firmengelände und nahm den Vorfall auf. Zudem sollen Videoaufnahmen gesichert worden sein, auf denen die Auseinandersetzung dokumentiert sein soll.

Schaden über hunderte Euro

Der 32-Jährige will nun alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Neben dem Streit um die rund 200 Euro Lohn geht es inzwischen auch um die Vorgänge auf dem Firmengelände und die Beschädigung seines Autos. Die demolierte Windschutzscheibe, ein defekter Spiegel und die Abschleppkosten dürften mehrere Hundert Euro kosten.

"Wollte meinen Hund anfahren"

"Heute" konfrontierte den Unternehmer mit den Vorwürfen und wollte wissen, warum der aus Stefans Sicht offene Lohn bislang nicht bezahlt wurde und wie er die Schilderungen zur Eskalation am Donnerstag beurteilt.

Laut dem Unternehmer habe die Situation völlig anders ausgesehen. Er beteuert gegenüber "Heute", er und seine Mitarbeiter seien bereits im Vorfeld von dem Ex-Mitarbeiter bedroht worden. Daher wurde er auch nach so kurzer Zeit gekündigt. Außerdem seien die Bankdaten des 32-Jährigen nicht hinterlegt gewesen, aus diesem Grund konnte bis dato noch keine Auszahlung erfolgen. "Bei uns bekommt jeder sein Gehalt, ist doch klar", erklärt er weiter.

Bei der Vorfall mit dem Auto soll der Ex-Mitarbeiter versucht haben, den Hund des Chefs anzufahren. Um den Vierbeiner zu retten, sei er dazwischengesprungen und wurde dabei von dem Auto erfasst. Glücklicherweise blieb er unverletzt, genauso wie der geliebte Hund. Auch der Selbstständige hat mittlerweile seinen Anwalt in der Causa eingeschaltet.

Die Pressestelle der Polizei konnte den Vorfall gegenüber "Heute" bestätigen. Ein 57-jähriger Mann hat eine Anzeige gegen einen 32-Jährigen wegen Nötigung erstattet. Alle weiteren Erhebungen sind derzeit aber noch im Gange.

zdz,Akt. 02.10.2026, 15:52, 02.10.2026, 14:27
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