Das Bundeswirtschaftsministerium hat grünes Licht gegeben: Der chinesische Handelsriese JD.com darf Europas größten Elektronik-Fachhändler MediaMarktSaturn übernehmen - allerdings nur unter strengen Auflagen.
Die Auflagen sollen gewährleisten, dass die personenbezogenen Daten der Kunden in Deutschland geschützt bleiben. Zudem erhält die Bundesregierung starke Überwachungs- und Kontrollrechte und kann die Genehmigung bei Verstößen widerrufen.
Wie heise.de berichtet, begrüßte JD.com die Freigabe und rechnet mit einem finalen Abschluss in der zweiten Jahreshälfte. Doch besiegelt ist der Mega-Deal noch nicht.
Die EU-Kommission äußerte nach einer ersten Untersuchung "vorläufige Bedenken" und nimmt den Fall genauer unter die Lupe. "Die vorläufige Untersuchung deutet darauf hin, dass JD.com möglicherweise ausländische Subventionen erhalten hat, die den EU-Binnenmarkt verzerren", so die Brüsseler Behörde.
Der Verdacht: Chinesische Staatshilfen könnten es JD.com ermöglicht haben, ein höheres Übernahmeangebot für Ceconomy abzugeben - und damit den Prozess verzerrt haben. Bis 2. Oktober hat die Kommission Zeit für eine endgültige Entscheidung.
Frankreich, Italien und Deutschland haben der Übernahme bereits zugestimmt. Doch die Entscheidungen aus Spanien und Österreich stehen noch aus - erst wenn alle Länder grünes Licht geben, ist der Deal in trockenen Tüchern.
JD.com ist mit einem Jahresumsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar der größte chinesische Handelskonzern und zählt weltweit zu den Top 10. Die Gruppe beschäftigt rund 570.000 Menschen. MediaMarktSaturn betreibt mehr als 1.000 Filialen in elf europäischen Ländern und machte zuletzt 23,1 Milliarden Euro Umsatz.