Der Onlinehandel in Österreich wächst wieder kräftig. Laut einer neuen Studie des Instituts für Österreichs Wirtschaft im Auftrag der Wirtschaftskammer stieg der Bruttoumsatz 2025 um 9,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Das ist ein absoluter Rekord.
Auch der Anteil am gesamten Einzelhandel erreicht mit 10,1 Prozent einen Höchstwert. Nur während der Corona-Zeit war das Wachstum noch stärker.
Besonders auffällig: Temu rangiert in Österreich bereits auf Platz 2 der größten Onlinehändler. Die chinesische Plattform kommt auf 5,6 Prozent Marktanteil und liegt damit knapp vor Zalando mit 5,5 Prozent. Unangefochten an der Spitze bleibt Amazon mit 29,6 Prozent.
Auf den weiteren Plätzen folgen eBay mit 4,5 Prozent und Otto mit 3,0 Prozent. Die Top 10 der Onlinehändler vereinen zusammen 58,1 Prozent des Marktes.
Stark gewachsen sind vor allem Pflegeprodukte mit plus 13,2 Prozent, Lebensmittel mit plus 11,7 Prozent und Mode mit plus 10,9 Prozent. Mode bleibt mit 23,1 Prozent der größte Bereich im heimischen Onlinehandel.
WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik sieht die Entwicklung zwiespältig. Einerseits biete der Onlinehandel große Chancen, andererseits würden ausländische Plattformen deutlich stärker profitieren als viele heimische Händler.
Trefelik fordert deshalb faire Regeln für alle Anbieter. Die EU müsse bestehende Vorgaben rascher und konsequenter durchsetzen – auch gegenüber asiatischen Plattformen, "die uns mit Paketen überschwemmen", so der Handelsobmann.
Gleichzeitig brauche es starke Innenstädte, gute Erreichbarkeit, ausreichend Parkplätze und weniger Bürokratie für heimische Händler. Nationale Alleingänge wie eine Paketabgabe sieht die WKÖ kritisch.