Rund zwei Jahrhunderte florierte der kulturelle und wirtschaftliche Austausch mit China. Schon zur Zeit der Habsburgermonarchie kamen chinesische Waren nach Europa: Seide, Porzellan oder Tee waren am Wiener Hof sehr beliebt. Besonders im 18. Jahrhundert entstand in Europa eine Vorliebe für "Chinoiserien", also Kunst und Architektur im chinesischen Stil.
In China wiederum spielten österreichische Jesuitenmissionare eine Rolle. Sie arbeiteten am Kaiserhof der Qing-Dynastie als Astronomen, Mathematiker oder Kartografen, vermittelten Wissen zwischen Europa und China.
Im 19. Jahrhundert wurden die Beziehungen politischer und wirtschaftlicher. Das Handelsvolumen war aber gering im Vergleich zu Großbritannien, Frankreich oder Deutschland. Österreich-Ungarn exportierte Maschinen, Metallwaren und Industrieprodukte.
Das Ende Österreich-Ungarns und des Ersten Weltkriegs 1918 war auch vorerst das Ende der wachsenden Handelsbeziehungen zu China.
Doch seit 1971 blüht die Partnerschaft wieder auf: Am 28. Mai 1971 nahmen China und Österreich offiziell diplomatische Beziehungen auf. Dieses Jahr feiern beide Länder daher das 55-jährige Jubiläum dieser neuen Partnerschaft. In den vergangenen Jahren intensivierten sich die hochrangigen Kontakte, der Personenaustausch und die Zusammenarbeit in vielen Bereichen stetig. China und Österreich sind mittlerweile traditionell wichtige Handels- und Investitionspartner.
Mehr als 650 österreichische Unternehmen investieren in China, mehr als 50 chinesische Unternehmen sind bei uns angesiedelt. Rund 1.600 Kooperationsprojekte gibt es.
"Chinas 15. Fünfjahresplan und Österreichs Industriestrategie 2035 schaffen viele Perspektiven für weitere gute Zusammenarbeit", bestätigt Qi Mei, die bis zum heurigen Juni Chinas Botschafterin in Österreich war.