In der chinesischen Pelztierhaltung arbeiten rund sechs Millionen Menschen. Die Branche hat einen Wert von schätzungsweise 60 Milliarden US-Dollar. Doch hinter den Zahlen verbergen sich massive Risiken für die globale Gesundheit.
Forschende haben 125 verschiedene Virusarten in Pelztieren gefunden, darunter 36 bisher unbekannte Erreger. 39 dieser Viren zeigen ein hohes Risiko, auf den Menschen überzuspringen. Darunter sind sieben Coronaviren-Varianten sowie drei Subtypen des Influenza-A-Virus.
Laut Spektrum.de sind die Zustände auf den Farmen alarmierend: Massentierhaltung auf engstem Raum, fehlende Schutzkleidung und mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen. In der Provinz Shandong erkrankten kürzlich zwei Arbeiterinnen an einem gefährlichen Virus - eine von ihnen starb.
Eddie Holmes, Virologe an der University of Sydney, bezeichnet die Pelztierzucht als "extrem risikoreich". Die Farmen könnten der Nährboden für die nächste Pandemie sein, so der Experte.
Besonders gefährlich ist das Häuten der Tiere. Dabei können virushaltige Aerosole freigesetzt werden, die Arbeiter einatmen. Proben aus einer Farm wurden positiv auf das sogenannte SFTS-Virus getestet, das schwere Blutgerinnungsstörungen verursacht.
Das Problem: Die Pelztierzucht in China ist nur unzureichend reguliert. Vielen Arbeitern fehlt das Wissen, wie sie sich vor Infektionen schützen können. Tiere werden teils noch lebend gehäutet, obwohl Vorschriften das verbieten.
Wissenschaftler fordern eine verstärkte Überwachung der Branche. Ein pauschales Verbot könnte die Industrie jedoch in den Untergrund treiben - was die Kontrolle noch schwieriger machen würde.