Der aus Südkorea stammende und in den USA aufgewachsene Christopher Yim war eines der prägenden Gesichter der "Les Humphries Singers" ("Mama Loo", "Mexiko") .
Nun ist der Sänger, Tänzer, Choreograf und spätere Kung-Fu-Meister nach langer Krankheit im Alter von 80 Jahren verstorben.
Wie die "Schlagerprofis" berichten, wurde die Nachricht über Yims Tod erst jetzt öffentlich. Laut dem Kung-Fu-Meister Martin Wolf, der Yim über Jahrzehnte als Freund und Mentor kannte, verstarb er bereits am 23. August 2025.
Wolf bezeichnet den Verlust als großen Einschnitt für die „Kung-Fu-Familie“ in Deutschland.
Yim kam über die Musicals „Hair“ und „Oh, Calcutta!“ nach Hamburg und wurde dort Teil der Les Humphries Singers. Die internationale Zusammensetzung und das multikulturelle Auftreten der Gruppe prägten ihn stark.
Von 1971 bis 1976 war Yim Mitglied der erfolgreichen Besetzung, später kehrte er von 1991 bis 1993 zum Ensemble zurück.
Eine besondere Verbindung bestand zwischen Christopher Yim und Jürgen Drews. Dieser erinnert sich im "Express" an die gemeinsame Zeit. Die Gruppe habe überwiegend aus Engländern und Koreanern bestanden, während er der einzige männliche Deutsche war. Yim, der in Los Angeles aufgewachsen war, habe ihm sogar versucht, das Tanzen beizubringen.
„You gonna make that. You know how to move. You have to practise“, sagte Yim zu Drews, der schmunzelnd erwiderte: „Ich werde es nie lernen. Ich habe gar keine Ahnung, wie man sich bewegt.“
Noch Jahrzehnte später hielt die Freundschaft: Im April 2022 besuchte Yim seinen alten Freund zum 77. Geburtstag. Gemeinsam sangen sie „Help“ von den Beatles am Klavier. Drews schrieb über das Treffen: „Es war so ein schönes Wiedersehen.“
Nach seiner Karriere im Musikgeschäft widmete sich Yim intensiv der Kampfkunst. Bereits in den 1980er-Jahren war er als Kung-Fu-Lehrer aktiv. Martin Wolf lernte ihn 1984 kennen und wurde später sein Schüler im „Si Fang Chuan Kung Fu“. Yims Wissen und Engagement prägten zahlreiche Schüler und Lehrgänge, die er bis ins hohe Alter leitete.
Auch als Choreograf und Tänzer blieb Yim in Erinnerung. Drews beschrieb ihn als „ein lebendiges Gummiband“, das mit humorvollen Kung-Fu-Choreografien auf der Bühne begeisterte. Yim war nicht nur Sänger, sondern gestaltete auch die spektakulären Shows der Gruppe maßgeblich mit.
Die Les Humphries Singers waren für ihre internationale Vielfalt und ihre energiegeladenen Auftritte bekannt. Christopher Yim verkörperte diese Mischung aus Musik, Show und Bewegung wie kaum ein anderer. Mit seinem Tod verliert die Musikszene ein weiteres Mitglied dieser legendären Formation.
Sein Wirken bleibt in den Erinnerungen seiner Freunde, Weggefährten und Schüler erhalten. Christopher Yim wurde 80 Jahre alt. Möge er in Frieden ruhen.