Corona-App sagt, wie sehr dich die Pandemie stresst

Die neue App Help@Covid kann ab sofort auf iOS-Geräten (iPhone) heruntergeladen werden. In wenigen Tagen soll auch die Android-Version verfügbar sein.
Die neue App Help@Covid kann ab sofort auf iOS-Geräten (iPhone) heruntergeladen werden. In wenigen Tagen soll auch die Android-Version verfügbar sein.Getty Images/iStockphoto
Forscher der Innsbrucker Universitätsklinik stellten jetzt eine neue App vor, die den persönlichen psychischen Status während der Pandemie erhebt.

Die Coronakrise bestimmt seit über einem Jahr unser aller Leben. Während die einen dem Home-Office nachgehen, stoßen andere an ihre Grenzen, um zwischen Kinderbetreuung, Schulunterricht, Arbeitslosigkeit und Haushalt irgendwie zurecht zu kommen. Die Pandemie führt uns auch deutlich vor Augen, wie wichtig psychische Gesundheit für jede einzelne Person ist. Unter dem Stichwort "Mental Health" ist dieses Thema auch zunehmend fixer Bestandteil des öffentlichen Gesundheitssystems geworden.

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App für psychische Gesundheit

Die Innsbrucker Universitätsklinik hat die österreichweit erste Covid-Hilfe-App mit Fokus auf psychisch kranke und belastete Menschen in der Corona-Pandemie aus der Taufe gehoben. Mit Hilfevideos, Fragebögen zur Selbstevaluierung und einen Button für Akutfälle soll die App psychische Belastungen während der Pandemie begleiten. Das Portal kann uneingeschränkt und kostenlos von allen interessierten Personen genutzt werden. Es soll Menschen während der Pandemie helfen, mit psychischen Herausforderungen besser umzugehen und sich selbst besser einordnen zu können.

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Kein Ersatz für professionelle Diagnose

Begleitung nicht zuletzt auch deshalb, weil die App keine Diagnose vornimmt und eine solche auch nicht ersetzen soll, wie die Verantwortlichen hinter der App betonten. Der Nutzen der App sei aber dennoch groß, stellte die Direktorin der Innsbrucker Universitätsklinik für Psychiatrie II, Barbara Sperner-Unterweger, klar. Es gebe in der "chronisch verlaufenden Corona-Krise" nämlich eine starke Zunahme von Angststörungen, Schlafstörungen, Angst und depressiven Symptomen. "Unterstützungsangebote" wie die App seien deshalb von großer Wichtigkeit. Entscheidend sei diesbezüglich gewesen, dieses Unterstützungsangebot "niederschwellig" und vor allem auch mittels App auf mobilem Wege zu unterbreiten. Mittlerweile kämen 75 Prozent der Zugriffe via mobilem Gerät.

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Für iOS und in Kürze auch für Android

Die App Help@Covid kann ab sofort auf iOS-Geräten (iPhone) heruntergeladen werden. In wenigen Tagen soll auch die Android-Version verfügbar sein. "Es ist keine diagnostizierende Plattform", ihr Besuch ersetze nicht den bei einem Arzt oder Therapeuten, betont Mátyás Gálffy, Assistenzarzt an der Psychiatrie II. "Vielmehr gibt sie Hinweise und hilft zu erkennen, dass eine gewisse Veränderung im Gange ist." Das geschieht über Informationstexte, Videos und Fragebögen, die vom System ausgewertet werden. Dadurch registriert die App, ob sich der Nutzer in einem psychisch gefährlichen Zustand befindet und zeigt gegebenenfalls auch Hilfsangebote an. "Unter dem Punkt 'meine Ergebnisse' kann in den jeweiligen Kategorien, etwa zu Angst, Resilienz oder Stress, überprüft werden, wo man gerade steht", erklärte Gálffy. Mehr zur App hier.

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