"Es war abzusehen, dass sich der Anstieg von Infektionszahlen fortsetzt", kommentiert Gesundheitsminister Rudolf Anschober die österreichweit 6.211 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Auch die am Mittwoch vorgelegte Prognose zeigt, dass sich dieser Trend in den nächsten Tagen nicht bessern wird.
Außerdem ist auch bei den Hospitalisierungen gesamt (+153 seit gestern) und bei den darin enthaltenen Intensivbetten die Zahl gestiegen (+17 seit gestern). Im Vergleich zu vor einer Woche ist die Zahl der Corona-erkrankten Personen in intensivmedizinischer Betreuung um 70 Prozent höher.
Das sei auch nachvollziehbar, da man immer davon ausgehen müssen, dass sich die positiven Auswirkungen des Lockdowns erst "nach zehn bis 14 Tagen" in der Statistik niederschlagen werden, erklärt Anschober (siehe auch Video). Er hofft, mit den gesetzten Maßnahmen - dem "Lockdown light" - die Infektionszahlen in Österreich Schritt für Schritt wieder abzusenken. "Ich bin optimistisch, dass uns das gelingt", so der Gesundheitsminister. Und weiter:
„"Unser wichtigstes Ziel ist, unser Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu schützen" - Rudolf Anschober“
"Wir müssen unbedingt verhindern, dass aufgrund der hohen Zahl an Covid-19-Erkrankten auf den Intensivstationen nicht mehr alle Menschen versorgt werden können, die eine solche intensivmedizinische Behandlung brauchen. Wir brauchen jetzt jede und jeden Einzelne/n in Österreich. Verringern Sie bitte ab sofort Ihre Kontakte! Ein Drittel weniger Kontakte halbiert das Infektionsrisiko.“
Mit der Evaluierung der Maßnahmen des Lockdowns wird sich auf Ersuchen des Gesundheitsministers die Corona-Kommission, welche bereits für die Corona-Ampel verantwortlich zeigt, regelmäßig begleitend befassen. Heißt aber auch zwischen den Zeilen: Sollten sich nach diesen "zehn bis 14 Tagen" wider Erwarten Anschobers nicht die gewohnten Corona-Zahlen zeigen, ist es gut möglich, dass der "Lockdown light" länger dauert als geplant.
Bereits vor wenigen Tagen bestätigte er, dass er die Ausgangsbeschränkungen mindestens zwei Mal noch verlängern lassen möchte, so dass auch diese bis Ende November Bestand haben. Dafür benötigt es die Bewilligung des Hauptausschusses des Nationalrats.