Der Ski-Winter naht! In zwei Wochen wird in Sölden traditionell die Weltcup-Saison eröffnet. Die Damen bestreiten am 24. Oktober ihren Auftakt-Riesentorlauf, die Herren folgen 24 Stunden später.
Nicht mit dabei: Manuel Feller. Der Tiroler hat seine RTL-Karriere beendet, greift nur noch im Slalom an. Zudem laboriert er an den Folgen seiner Bandscheibenprobleme. "Im Alltag bin ich zu 98 Prozent schmerzfrei. Aber vom Rennsport bin ich ein Stück entfernt", verriet der noch 33-Jährige am Donnerstag beim Atomic-Media-Day in Altenmarkt. "Für den Kopf war es schwierig, wenn du im Training für Fleiß mit Schmerzen bestraft wirst."
Immerhin: Feller macht Fortschritte, ist zurück auf der Piste. "Die ersten Schneetage waren positiv." Wann der Kitzbühel-Sieger seinen persönlichen Saison-Start plant, ist nicht zu beantworten. "Ob Levi, Gurgl oder Val d'Isere - ich muss einfach schauen, wie es Sinn macht." Klar ist für ihn nur: "Ich habe ein Auge auf Schladming geworfen. Unter Druck habe ich immer gut performt."
Voller Tatendrang ist dafür Markenkollegin Mikaela Shiffrin, die ebenfalls in der Atomic-Fabrik vorbeischaute. Vor wenigen Tagen verriet die US-Amerikanerin, dass sie ihr Steckenpferd Slalom trotz 73 Weltcup-Siegen heuer seltener satteln wird.
"Ich dachte ja, die Leute würden sagen, ich sei komplett verrückt. Aber die Reaktionen waren fast durch die Bank positiv", lacht die US-Ski-Queen. Komplett aufgeben will die 31-Jährige ihre Topdisziplin aber nicht. "Der Fokus liegt auf Super-G und Riesentorlauf, aber der Slalom fühlt sich immer wie ein Nachhause-Kommen an. Ich werde immer wieder daheim vorbeischauen", umschreibt es Shiffrin.
Partner Aleksander Aamodt Kilde, ebenfalls ein Atomic-Athlet trainiert noch in Chile, konnte daher keine Wortspenden abgeben. Shiffrin sprang ein, verriet, wie es dem Norweger nach zahlreichen Operationen geht. Zur Erinnerung: 2024 stürzte der Superstar in der Wengen-Abfahrt, zog sich schwerste Verletzungen an Bein und Schulter zu.
"Es geht ihm gut. Im Vergleich zum Vorjahr ist er in Wahrheit nicht zu vergleichen", drückt es Shiffrin philosophisch aus. "Dieser Mann hat es verdient, endlich Glück zu haben." Nachsatz: "Die Schulter wird ihn für den Rest seines Lebens limitieren, aber er lernt, damit umzugehen."
Nicht in Sölden zu sehen ist Sofia Goggia. Die Italienerin wurde in der Vorbereitung gleich von zwei Viren geschwächt. "Mittlerweile geht es mir besser", beruhigt die Olympiasiegerin. "Aber es war schlimm. Ich habe gezittert, konnte die Stiegen nicht steigen, zum Teil nicht normal sprechen." Die 33-Jährige hat "noch immer neurologische Ausfälle. Ich muss wirklich von Tag zu Tag schauen. Kommende Woche werde ich es mit freiem Skifahren versuchen."
Immerhin: Goggia hat im Juni ihr Studium der Politikwissenschaften beendet. "Aber es ist besser, im Sport zu bleiben", hat sie vorerst keine Lust auf ein zweites Standbein.
Ebenfalls in Altenmarkt zu Gast: Lucas Pinheiro Braathen, der erste brasilianische Ski-Olympiasieger der Geschichte. Die Goldene brachte ihm auch in Rio einen gewissen Bekanntheitsgrad ein. "An jedem Tag wollte jemand wissen, was es mit Skifahren auf sich hat", berichtet der Technik-Spezialist, der einen Großteil des Sommers "am Beach" verbracht hat.
Weniger Freude bereitete ihm die Fußball-WM. "Es war kompliziert", grinst Braathen, der bis 2004 für Norwegen, der Heimat seines Vaters, an den Start ging. Die "Selecao" verlor im Viertelfinale 1:2 gegen die "Elche". "Das muss man sich mal vorstellen. Norwegen schlägt Brasilien im Fußball. Und Brasilien im Skifahren Norwegen. Im Leben ist wirklich alles möglich."