Manuel Feller hat im vergangenen Winter mit seinem Slalom-Triumph in Kitzbühel und Olympia-Silber große Erfolge gefeiert. Hinter den Kulissen kämpfte der Tiroler allerdings mit massiven körperlichen und mentalen Problemen. Im Februar zog er vorzeitig einen Schlussstrich unter die Saison.
Schon während der Saison hatte Feller durchblicken lassen, dass der Sport in den Hintergrund gerückt sei. "Heute" traf den Ski-Star beim Atomic-Day in Altenmarkt. Dort nannte er erstmals Details und öffnete sich kurz vor dem Start der neuen Ski-Saison: "Ich hatte viele depressive Phasen."
Seine psychischen Probleme arbeitete Feller im Sommer mit professioneller Unterstützung auf. Zwischenzeitlich habe er sich sogar gefragt: "Warum tust du dir den Sch… eigentlich an?" Dennoch entschied sich der ÖSV-Star gegen ein vorzeitiges Karriereende.
Mehrere Bandscheibenvorfälle und Beschwerden in der Leiste warfen den 34-Jährigen zurück. Auch eine Rückenoperation Anfang März brachte nicht die erhoffte Erleichterung. Die anschließende Rehabilitation verlief alles andere als geplant. Selbst alltägliche Dinge wie längeres Stehen oder Sitzen wurden zur Belastung.
Der Grund dafür ist sein Wunsch nach einem versöhnlichen Abschluss. "Ich möchte einen positiven Abschluss meiner Karriere und Spaß an dem Sport haben, der mir in meinem Leben so viel gegeben hat", betont Feller. Rund zwei Jahre möchte er noch im Weltcup fahren. Siege in Kitzbühel und Schladming sowie die WM reizen ihn mehr als der Kampf um eine weitere Kristallkugel.
Mittlerweile hat Feller wieder erste Schwünge im Schnee absolviert, das Stangentraining soll bald folgen. Ob er bereits beim Slalom-Auftakt in Levi am 15. November, eine Woche später in Gurgl oder erst im Dezember in Val d'Isere zurückkehrt, ist noch unklar.