Dieter Bohlen nimmt im Podcast "Hopf & Kettner" kein Blatt vor den Mund. Zwischen Politik, Krieg, Ukraine und Russland äußert sich der Pop-Titan ungewöhnlich offen.
Gleich zu Beginn des Gesprächs spricht der "DSDS"-Star über Politik und räumt ein: "Politisch inkorrekt bin ich sowieso immer." Genau diese direkte Art habe ihn bereits viel Geld gekostet, weil sich Geschäftspartner wegen seiner Aussagen von ihm verabschiedet hätten. Mit Blick auf den Krieg erklärt der Musiker, er verstehe die Entwicklung der vergangenen Jahre nicht: "Früher ging es nur um Frieden, heute geht es nur um Krieg." Auch Friedrich Merz kritisiert er mit den Worten: "Und der Bundeskanzler läuft auch rum und kennt nur das Wort Krieg."
Bohlen stellt offen die Frage: "Haben die Leute alle keine Geschichte mitbekommen?" und bezweifelt einen militärischen Sieg der Ukraine. "Das ist doch Quatsch! Das wär ja noch schlimmer! Wenn die Ukraine gewinnen würde, gegen Russland, dann wäre der Weltkrieg da!", sagt er. Er wünsche sich stattdessen mehr Diplomatie und beklagt über sich und seine Familie: "Wir haben Angst und fühlen uns viel, viel, viel schlechter als noch vor ein paar Jahren."
Auch über Russland spricht Bohlen ausführlich: "Sobald du das Wort Putin in den Mund nimmst, bist du schon rechtsradikal und wer weiß was... Ich steh doch gar nicht auf Putin, aber die Russen waren zu mir immer super nett, das muss ich ehrlich sagen." Er erinnert daran, dass "Modern Talking" dort bis heute eine riesige Fangemeinde habe, und ergänzt: "Dort gibt es genauso wie in Deutschland Arschlöcher und tolle Menschen."
Die Auftrittsverbote und Sanktionen sieht er kritisch: "Auch dass man das so verbietet? Künstler dürfen ja jetzt nicht mehr nach Russland, um da aufzutreten. Das ist ein Diktat!" Zwar habe er nach eigenen Angaben Angebote "weit über Millionen" pro Konzert erhalten und träume von einem Open-Air auf dem Roten Platz vor einer Million Menschen, doch er müsse das ablehnen: "Ich darf ja nicht."
"Ich wohne ja hier und da bin ich und auch meine Familie, das ist mir schon wichtig", erklärt Bohlen. Ein Auftritt in Russland hätte aus seiner Sicht zu schwerwiegende Konsequenzen, die er weder für sich noch für seine Familie in Kauf nehmen wolle.