Psychologie-Studie zeigt

Darum belügen sich kluge Menschen leichter

Hohe Intelligenz schützt nicht vor Selbsttäuschung - im Gegenteil. Wer schlau ist, kann sich offenbar besonders gut etwas vormachen.
Technik Heute
11.04.2026, 17:07
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Wer einen hohen IQ hat, ist rational, durchschaut komplexe Zusammenhänge und lässt sich nichts vormachen - sollte man meinen. Doch Forscher haben einen unangenehmen Haken entdeckt: Gerade intelligente Menschen sind oft besonders gut darin, sich selbst zu belügen.

Der österreichische Philosoph Paul Watzlawick (1921-2007) brachte es ironisch auf den Punkt: "Wie schlau muss man eigentlich sein, um dumm zu sein?" Damit traf er offenbar einen Nerv.

Wie spektrum.de berichtet, hegen Persönlichkeitsforscher schon länger einen Verdacht: Weil intelligente Menschen ein größeres Repertoire besitzen, sich ihre Lügen schönzureden, machen sie sich womöglich leichter selbst etwas vor als weniger helle Leuchten.

Je schlauer, desto kreativer beim Schwindeln

Der US-amerikanische Soziobiologe Robert Trivers ging noch weiter: Er meinte, dass Intelligenz sogar weniger der Wahrheitssuche dient, sondern vor allem der Notwendigkeit, andere hinters Licht zu führen - und sich selbst dabei gut dastehen zu lassen.

Eine Studie zeigte das eindrucksvoll: Mathebegabte Probanden konnten bei neutralen Themen wie Hautcreme problemlos Statistiken richtig interpretieren. Doch sobald es um politisch aufgeladene Fragen ging - etwa Waffengesetze - bewerteten auch sie die Zahlen plötzlich falsch, wenn das Ergebnis ihrer Meinung widersprach.

Die wichtige Rolle der Selbstreflexion

Besonders auffällig war dabei: Während weniger begabte Menschen einfach nur falsch lagen, hatten die klugen Köpfe oft ein scheinbar plausibles Argument parat, um ihren Irrtum zu rechtfertigen.

Die gute Nachricht: Wer sich der Grenzen des eigenen Wissens bewusst ist und über "kognitive Selbstreflexion" verfügt, hat mehr von seiner Intelligenz - und fällt weniger auf die eigenen Denkfallen herein.

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