Alternative zu Pillen

So hilft Hirnstimulation gegen Depressionen

Ein schwedisches Headset stimuliert das Gehirn mit schwachem Gleichstrom und soll bei 77 Prozent der Patienten Depressionen lindern.
Technik Heute
13.03.2026, 14:53
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Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Doch nicht alle Betroffenen sprechen auf Antidepressiva an, viele brechen die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab. Eine neue Therapieoption könnte Abhilfe schaffen: die transkranielle Gleichstromstimulation, kurz tDCS.

Dabei wird der präfrontale Kortex mit schwachem Strom stimuliert. Ein Headset für den Heimgebrauch macht diese Methode nun auch außerhalb von Kliniken zugänglich.

Wie heise.de berichtet, kann das Gerät sowohl als alleinige Therapie als auch in Kombination mit Medikamenten oder Psychotherapie eingesetzt werden. Die Remissionsraten sollen in der Kombination sogar steigen.

Positive Effekte auf Schlaf und Konzentration

Neben der Stimmungsaufhellung berichten Patienten auch von besserem Schlaf und mehr Konzentrationsfähigkeit. Das Gerät stimuliert Hirnregionen, die für Emotionen und kognitive Funktionen zuständig sind.

Die tägliche 30-minütige Anwendung etabliert zudem eine positive Routine. Für Menschen in einer depressiven Episode, denen oft jede Struktur entgleitet, kann das sehr wertvoll sein.

FDA-Zulassung und über 55.000 Nutzer

Das System wurde bereits von mehr als 55.000 Menschen genutzt. In Großbritannien kommt es im staatlichen Gesundheitsdienst NHS zum Einsatz, wo von einem deutlichen Rückgang der Suizidgedanken bei Patienten berichtet wird.

Die US-Zulassungsbehörde FDA hat dem Headset kürzlich die Freigabe erteilt. Es ist damit das erste tDCS-System, das in den USA für die Heimbehandlung von Depressionen zugelassen ist.

Nebenwirkungen gelten als mild und vorübergehend: Hautreizungen, leichte Kopfschmerzen oder ein Kribbeln an der Stimulationsstelle. Die Entwickler arbeiten bereits an einer Weiterentwicklung mit EEG-Technologie, um die Therapie noch stärker zu personalisieren.

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