Mit Artemis II schickt die NASA erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen in Richtung Mond. Doch die Crew landet nicht auf dem Mond – sie umrundet ihn lediglich. Was auf den ersten Blick enttäuschend wirkt, ist in Wahrheit ein zentraler Schritt auf dem Weg zurück zur Mondoberfläche.
Nach dem unbemannten Testflug Artemis I geht es nun darum, alle Systeme unter realen Bedingungen zu überprüfen – diesmal mit Menschen an Bord. Die vierköpfige Crew verbringt rund zehn Tage im All. Dabei fliegen sie weiter von der Erde weg als jede bemannte Mission seit Apollo – und haben damit bereits einen Rekord aufgestellt.
Im Rahmen der Mission umrundet die Orion-Raumkapsel den Mond in einer sogenannten Free-Return-Flugbahn. Das bedeutet: Selbst wenn etwas schiefgeht, bringt diese Flugbahn die Raumkapsel automatisch zurück zur Erde – ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Die Astronauten werden den Mond aus nächster Nähe sehen, ihn jedoch nicht betreten. Stattdessen geht es darum, den Flug, die Systeme und die Abläufe im Tiefenraum zu testen.
Auch das Wiedereintrittsmanöver in die Erdatmosphäre wird ein entscheidender Test.
Diese Schritte sollen erst bei Artemis III umgesetzt werden. Artemis II ist bewusst als Zwischenschritt geplant, um Risiken zu minimieren.
Artemis II entspricht also etwa Apollo 8 – nur moderner.