Während die Artemis-II-Crew derzeit rund zehn Tage lang um den Mond fliegt, stellt sich für viele eine ganz irdische Frage: Was kommt eigentlich im All auf den Teller? Die Antwort überrascht – denn das Essen ist deutlich vielfältiger und appetitlicher, als viele erwarten würden. Astronauten müssen im All längst nicht mehr nur Tuben oder Pulver essen. Die Artemis-II-Mission zeigt: Die Raumfahrt hat auch kulinarisch große Fortschritte gemacht.
Die vier Astronauten haben Zugriff auf insgesamt rund 189 verschiedene Speisen und Getränke. Die Auswahl wurde im Vorfeld gemeinsam mit der Crew getroffen – Geschmack spielt dabei ebenso eine Rolle wie Nährstoffe und Haltbarkeit.
Denn im Gegensatz zur Raumstation ISS gibt es auf der Artemis-II-Mission keine Nachlieferungen und keine Kühlung. Alles muss also haltbar, platzsparend und leicht zuzubereiten sein.
Dazu kommen zahlreiche Getränke wie Kaffee, Tee oder Smoothies. Die NASA hat 43 Tassen Kaffee für die Crew bereitgestellt – etwas mehr als 10 Tassen pro Astronaut für die gesamte zehntägige Mission.
Die gesamte Speisekarte kann HIER runtergeladen werden.
Interessant: Es gibt sogar fünf verschiedene Sorten scharfer Soßen an Bord.
Der Grund: Im All funktioniert der Geschmackssinn anders. Durch die Schwerelosigkeit fühlen sich viele Astronauten leicht "verschnupft", wodurch Essen weniger intensiv schmeckt. Würzige Speisen helfen, das auszugleichen.
Krümelige Lebensmittel wie Brot sind tabu – deshalb greifen Astronauten lieber zu Tortillas, die nicht zerbröseln.
Neben der Versorgung spielt Essen auch eine wichtige psychologische Rolle.
Gerade bei langen Missionen sorgt vertrautes Essen für ein Stück "Zuhause" und hebt die Stimmung der Crew.