Forscher stehen vor Rätsel

Tödlichster Vogel fängt plötzlich an zu leuchten

Wissenschafter haben herausgefunden, dass der Helm des auch für Menschen gefährlichen Kasuars fluoresziert. Doch wozu das gut ist, bleibt unklar.
Newsdesk Heute
06.04.2026, 15:45
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der Kasuar gilt als der gefährlichste Vogel der Welt – und sorgt jetzt für neues Staunen. Forscher haben entdeckt, dass die markanten Helme auf den Köpfen der Tiere unter UV-Licht leuchten.

Die flugunfähigen Riesen aus Neuguinea und Nordaustralien sind nicht nur beeindruckend groß, sondern auch brandgefährlich. Mit bis zu 85 Kilo Gewicht und dolchartigen Krallen können sie Menschen tödlich verletzen – wie ein tragischer Fall 2019 in Florida zeigte.

Doch nun rückt ein anderes Detail in den Fokus: der geheimnisvolle Helm am Kopf. Ein Forschungsteam rund um Anatom und Paläontologe Todd Green vom New York Institute of Technology fand heraus, dass die äußere Schicht dieser Struktur ähnlich wie Haare oder Fingernägel aus Keratin unter UV-Licht fluoresziert. Auffällig: Jede Kasuar-Art zeigt dabei ein eigenes Muster.

Wozu der Helm dient, ist unter Experten seit Jahren umstritten. Diskutiert werden mehrere Möglichkeiten: Schutz im dichten Dschungel, ein Zeichen für Rang und Stärke oder sogar ein Werkzeug zur Kommunikation über tiefe Töne. Auch eine Rolle bei der Temperatur-Regulierung steht im Raum.

Das neue Leuchten bringt frischen Zündstoff in die Debatte. Denn das Licht liegt im Bereich, den Kasuare selbst sehen können. Ob sie die Muster tatsächlich erkennen und nutzen, ist aber noch offen.

Eine weitere Theorie: Der Helm macht die ohnehin imposanten Tiere noch größer – und könnte so Gegner einschüchtern. Das wäre ein klarer Vorteil im Revierkampf, spekuliert Todd, der in den Sozialen Medien als "thecassowarykid" (dt. das Kasuar-Kind) unterwegs ist.

Die bizarre Kopfzierde könnte dem Paläontologen sogar helfen, uralte Rätsel zu lösen: "Wenn wir verstehen können, wofür moderne Tiere diese seltsamen Kopfbedeckungen nutzen, können wir diese Erkenntnisse auf die Fossilienfunde übertragen, um ausgestorbene Dinosaurier besser zu verstehen", sagt der Erstautor der Studie.

Die bizarre Kopfzierde könnte sogar helfen, uralte Rätsel zu lösen – etwa, warum schon Dinosaurier ähnliche Strukturen trugen.

"Tödlichster Vogel der Welt"

Was macht einen Kasuar eigentlich zum "tödlichsten Vogel der Welt"? Wer sich einen Truthahn fusioniert mit einem Velociraptor vorstellen kann, der ist vom Bild eines Kasuar womöglich gar nicht mehr weit entfernt. So zumindest beschreibt das weltbekannte Smithsonian Institute etwas scherzhaft die großen Laufvögel, deren drei Arten hauptsächlich auf der Insel Neuguinea und eine davon auch in Nordaustralien vorkommen. Zu scherzen ist mit diesen Tieren allerdings nicht.

Denn Kasuare sind definitiv nicht für ihr Federkleid berühmt, sondern eher für ihre Zehennägel berüchtigt. An jedem Fuß ist eine der drei Klauen mit etwa 13 Zentimetern viel länger als die anderen. Diese dolchartigen Nägel sind zwar nicht besonders scharf, aber trotzdem extrem gefährliche Waffen.

"Wie ein Buttermesser mit Tempo 150"

Wieso das so ist, bringt Tierpfleger und Kasuar-Hüter Eric Slovak vom Smithsonian's National Zoo in der US-Hauptstadt Washington, D.C., mit etwas schwarzem Humor auf den Punkt: "Wenn ich mit Tempo 150 mit einem Buttermesser auf Sie zulaufe, dann schneidet dieses auch Sie wie Butter".

Wenn sich die bis zu 60 Kilo schweren Laufvögel bedroht fühlen, attackieren sie mit unglaublicher Geschwindigkeit und "ninja-artigen Bewegungen." Nach Angaben des San Diego Zoos sind diese Tiere in der Lage, aus dem Stand rund 1,5 Meter in die Höhe zu springen. Bei einer eigenen Körpergröße von bis zu 1,70 Metern eine beträchtliche Leistung.

Auch eine Flucht scheint für Menschen aussichtslos, Kasuare erreichen Laufgeschwindigkeiten von rund 48 Kilometern pro Stunde – schneller als Usain Bolt bei seinem Rekordsprint – und nehmen es auch im Wasser mit jedem olympischen Schwimmer auf. Ein Glück, dass Kasuare nur selten ohne vorherige Provokation angreifen. Trotzdem, Slovak und sein Team begegnen dem laut San Diego Zoo "tödlichsten Vögeln der Welt" immer mit Abstand und gehörigem Respekt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.04.2026, 15:45
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen