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Das ändert sich für 20.000 Menschen beim Klimabonus

Tausende unterstandslose Personen schauten beim Klimabonus bislang durch die Finger. Nun bastelt das Klimaschutz-Ministerium an Lösungen.

Robert Cajic
Endlich ein Zuhause, doch trotzdem kein Klimabonus - das soll sich laut dem Klimaschutzministerium bald ändern.
Endlich ein Zuhause, doch trotzdem kein Klimabonus - das soll sich laut dem Klimaschutzministerium bald ändern.
Weingartner-Foto / picturedesk.com

Noch immer warten Tausende sehnlichst auf den sogenannten Klima-Fünfhunderter für das Jahr 2022 – so auch Otto. Zehn Jahre lang lebte der 58-Jährige auf der Straße. Er ist einer von knapp 20.000 Obdachlosen in ganz Österreich. Im Juli ergatterte der Unterstandslose seine lang ersehnte eigene Gemeindebauwohnung in Wien-Floridsdorf. Trotzdem ging der Ex-Obdachlose beim Klimabonus leer aus – mehr dazu hier. Grund dafür ist die immer noch unklare Rechtsgrundlage.

Hauptwohnsitz-Regel steht im Weg

"Im Herbst wurde mir versprochen, dass der Bonus im Februar kommt. Mittlerweile haben wir März und er ist immer noch nicht da", ärgert sich der Wiener. Der Grund für das Ausbleiben der Zahlung: seine ehemalige Wohnungslosigkeit. Die Grundvoraussetzung für den Klimabonus ist nämlich ein Hauptwohnsitz in Österreich – für mindestens 183 Tage.

Viele Unterstandslose wenden sich in ihrer schier aussichtslosen Situation an gemeinnützige Vereine, um einen Schlafplatz zu ergattern. In den Sozialeinrichtungen gibt es jedoch keine Meldepflicht – deshalb erfüllen unzählige Betroffene gar nicht erst die Voraussetzung für den Geldbonus.

Ministerium bemüht um rasche Lösung

Samson Sandrieser-Leon, Sprecher des Klimaschutzministeriums, erklärte auf "Heute"-Anfrage die bekannte Problematik: "Es ist hier kein Meldezettel notwendig. Allerdings brauchen die Personen eine Meldebestätigung, damit diese Tage eventuell angerechnet werden können."

Laut des Ministeriums-Sprechers trat bei vielen Obdachlosen genau dieses Problem ein. "Wir bedauern, dass Personen, die den Bonus am Notwendigsten brauchen, unter dem Radar bleiben. Wir arbeiten möglichst rasch an einer Lösung", betonte Sandrieser-Leon. Man arbeite derzeit an einer Änderung der Gesetzeslage – diese sei teilweise noch lückenhaft. Ob Betroffene rückwirkend den Klimabonus für das Vorjahr erhalten könnten, wird ebenfalls noch geprüft.

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