Das kannst du gegen Reisekrankheit tun

Die Übelkeit auf Reisen kann einem den Urlaub madig machen.
Die Übelkeit auf Reisen kann einem den Urlaub madig machen.
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Endlich Ferien! Endlich Urlaub! Wenn nur dieses flaue Gefühl in der Magengegend nicht wäre. Aber keine Panik – wir haben Tipps für dich.

Schwindel, Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen: Wer schon mal auf dem Weg in die Ferien unter Reisekrankheit gelitten hat, weiss, wie unangenehm die vermeintlich erholsame Zeit beginnen kann.

Vor allem Kinder betroffen

Prinzipiell kann jeder Mensch reisekrank werden. Doch die individuelle Anfälligkeit differiert stark: Schätzungsweise 5 bis 10 Prozent der Menschen reagieren sehr empfindlich, während ebenso viele praktisch resistent gegen Reisekrankheit sind. Personen mit Neigung zu Schwindelgefühlen sowie Migränepatientensind erfahrungsgemäß besonders anfällig. Frauen sind statistisch häufiger betroffen als Männer, Asiaten häufiger als Europäer.

Die größte Patientengruppe stellen Kinder dar. Am häufigsten kommt die Reisekrankheit zwischen dem zweiten und zwölften Lebensjahr vor. Säuglinge sind weitgehend davor gefeit, da ihr Gleichgewichtsorgan noch nicht vollständig ausgebildet ist. Nach dem 50. Lebensjahr kommt Reiseübelkeit nur noch selten vor. Vermutlich, weil die dafür verantwortlichen Sinnesorgane mit zunehmendem Alter unempfindlicher werden.

Unterschiedliche Informationen verwirren unsere Sinnesorgane

Ob Bus, Schiff, Flugzeit oder Auto - in Transportmitteln werden unsere Sinnesorgane mit unterschiedlichen Reizen gefüttert und das sorgt für Verwirrung und schließlich zur Reisekrankheit. Nehmen wir eine Reise auf dem Schiff: Während die Augen den Eindruck vermitteln, alles sei bewegungslos, registriert das Gleichgewichtsorgan im Innenohr den schwankenden Boden. Und zack, meldet sich der Magen. Wer nicht sofort zu Medikamenten greifen will, kann mit folgenden vorbeugenden Maßnahmen und Akutfall-Tricks schon ziemlich viel abfedern:

Schone deinen Magen
Was deinen Magen unnötig belastet, ist vor der Reise Tabu. Schweres, fettiges Essen, zu viel Kaffee am Morgen, beziehungsweise Alkohol am Abend lieber weglassen. Besser leicht Verdauliches essen.

Vorausschauende Sitzplatzwahl
Dir wird im Flugzeug immer schlecht? Dann buche einen Sitz im Mittelgang und in der Nähe der Tragflächen, also auf Höhe der Flügel. Da schaukelt es bei Turbulenzen nämlich am wenigsten. Auch auf dem Schiff möglichst in der Mitte aufhalten – weil auch hier die Schaukelbewegungen am wenigsten spürbar sind. Bist du im Auto der Beifahrer, dann konzentriere dich auf den Verkehr, das lenkt ab. Oder du wechselst dich mit dem Fahrer ab, denn wer fährt hat seinen Blick auf den Horizont gerichtet und bringt die Bewegungsreize nicht aus dem Gleichgewicht.

Die Aussicht genießen – aber richtig
Wenn du die schöne Landschaft betrachten willst, achte darauf, dass du dabei nach vorne aus dem Fenster – und nicht aus dem Seitenfenster – schaust. Wenn die Fahrt auf hoher See eine Weile dauert, hältst du dich am besten an der frischen Luft auf. Vorsichtshalber stellst du dich aber am besten auf die windabgewandte Seite des Bootes - nur falls du dich doch übergeben solltest.

Finde deinen Druckpunkt
Akupressur kann im Akutfall helfen: Leg drei Finger deiner linken Hand direkt unterhalb der Beuge deines Handgelenkes der rechten Hand auf. Platziere deinen Daumen direkt unter ihnen und lege ihn mittig zwischen die zwei grossen Sehnen. Hier ist der Druckpunkt namens Inneres Tor, der gegen Übelkeit helfen soll. Drücke ihn für eine Minute fest. Dann wiederhole das Ganze auf der anderen Seite.

Bewusst atmen
Sobald du merkst, dass dein Magen sich meldet: Konzentriere dich auf einen Punkt in deiner Umgebung und auf deine Atmung. Atme langsam und regelmässig und achte vor allem vor dem Ausatmen darauf, eine kurze Pause zu machen. Halte den Atem kurz an und lass die Luft dann langsam ausströmen.

Medikamente
Auch die Medizin hat was gegen Reisekrankheit in petto. Wird nur ein "Stand-by-Medikament" benötigt, sind schnell wirksame Reisekaugummis das Mittel der Wahl. Wer dagegen regelmäßig von Reiseübelkeit geplagt wird, sollte schon vorbeugend ein Antiemetikum einnehmen, also ein Mittel, dass das Erbrechen unterdrückt. Hier ist vor allem der Zeitpunkt der Einnahme wichtig! Am besten eine halbe bis eine Stunde vor Reiseantritt mit etwas Flüssigkeit schlucken, damit sich die Übelkeit erst gar nicht aufbaut. Nach drei bis vier Stunden kann die Einnahme wiederholt werden. Medikamente in Zäpfchenform sind nicht nur für Kleinkinder, sondern auch dann eine geeignete Behandlungsoption, wenn der Brechreiz bereits so stark ist, dass man mit Tabletten nichts mehr ausrichten kann.

Ingwer und Karotten
Die ätherischen Öle, die in der Ingwerwurzel stecken, sollen Brechreiz reduzieren und gegen Schweissausbrüche helfen. Es empfieht sich also nach Möglichkeit, eine Flasche Ingwerwasser vorzubereiten. Auch Kaubewegungen können die Überreaktion des Magens mildern: Nicht nur Kaugummi oder Äpfel, sondern auch Karotten sollen wirkungsvoll sein.

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