Ein Wochenende ohne Lift: "Das gehört schleunigst geändert", fordern Mieter der Wohnhausanlage in Kottingbrunn (Bezirk Baden) jetzt eine Adaptierung des Serviceleistungs-Vertrags seitens der Genossenschaft.
Familie K. hatte erst einen schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten: "Mein Mann ist elf Wochen auf der Intensivstation gelegen", so eine Bewohnerin.
"Der betroffene Mieter hat eine eingeschränkte Lungenfunktion mit einer Sauerstoffsättigung von nur 80 Prozent, er braucht Sauerstoffversorgung", so Wolfgang Faltus, Obmann der Ombudsstelle Kottingbrunn.
An ihn traten Bewohner der Genossenschaftsanlage (auf der Stiege wohnen rund 35 Personen) heran, Mieter und Faltus sagen: "Das ist fahrlässig."
Am Freitagnachmittag, 17. Juli, war der Aufzug defekt, erst am Montag, 20. Juli, um 14 Uhr sei er wieder in Betrieb gewesen. Faltus: "In dem Haus gibt es zumindest drei Personen, die auf den Lift angewiesen sind."
Auf "Heute"-Anfrage heißt es seitens der Genossenschaft "Heim", dass eine Firma für die Reparatur beauftragt worden sei. Mieter aber fordern, dass die Serviceleistungen nicht nur von Montag bis Freitag, sondern auch an Wochenenden durchgeführt werden – "wie es schon einmal war", wie es heißt. Faltus: "Den Serviceleistungen-Vertrag müssen die Mieter ja ohnehin über die Betriebskosten zahlen."
Für Faltus ist klar: "Abgesehen davon, dass mehrere ältere Personen im Haus leben, die einen Lift brauchen können, gibt es eben mindestens drei Betroffene, die einfach auf den Lift angewiesen sind." Der Ombudsstellenobmann betont: "Die Genossenschaft 'Heim' hat zumindest von einer schwerbehinderten Person im Haus Kenntnis, denn man hat ja auch den Treppenlift bis in den Halbstock für diese Person genehmigt."