Europa wird zum Solarkraftwerk: Im Juni 2025 hat Solarstrom erstmals alle anderen Energiequellen in der EU überholt. Laut Daten der Denkfabrik Ember erzeugt die Sonne mittlerweile knapp ein Viertel (22,1 Prozent) des gesamten EU-Stroms - mehr als Kernkraft und weit mehr als Kohle.
Rekordwerte meldeten vor allem in die Niederlande (40,5Prozent) und Griechenland (35 Prozent), aber auch Belgien, Frankreich, Italien oder Portugal erreichten ihre höchsten Anteile aller Zeiten. Möglich machten das der massive Ausbau von Solaranlagen - und das sonnige Wetter.
"Europa entwickelt sich zu einem Solarkraftwerk", sagt Energieanalyst Chris Rosslowe. Die Sonnenenergie half, den Strombedarf während der frühen Hitzewellen zu decken. Gleichzeitig ist Kohle auf dem Rückzug: Nur noch 6,1Prozent des EU-Stroms stammten aus Kohlekraft - ein historischer Tiefstand. Selbst in Polen und Deutschland, traditionell große Kohle-Staaten, sank der Anteil deutlich.
Auch politisch zeigt sich die Wende: Irland hat Mitte Juni sein letztes Kohlekraftwerk stillgelegt, Spanien und die Slowakei wollen 2025 folgen.
Hinter dem Solarboom steckt auch starke Zustimmung in der Bevölkerung: Laut EU-Kommission unterstützen neun von zehn Europäern den Ausbau erneuerbarer Energien. Vor allem junge und klimabewusste Haushalte setzen auf Sonnenstrom vom eigenen Dach - für saubere Energie und niedrigere Rechnungen.
Laut Global Energy Monitor könnten zudem stillgelegte Kohlegruben in Solarparks umgewandelt werden - genug, um ganz Deutschland zu versorgen. Analysten sehen in Europas Solarbilanz "nur einen Vorgeschmack" - echte Unabhängigkeit vom fossilen Strom brauche jetzt mehr Speicher, smarte Netze und flexible Nutzung.