Tausende Kilometer hinter der Front kommt es laut russischen Behörden zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall: Drohnen greifen eine Ölraffinerie in der westsibirischen Region Tjumen an – rund 2.000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Der Gouverneur des Gebiets, Alexander Moor, erklärt, die Anlage selbst sei nicht beschädigt worden. Demnach seien lediglich Trümmer abgestürzt, Einsatzkräfte seien vor Ort im Einsatz. Mitarbeiter der Raffinerie werden nach offiziellen Angaben vorsorglich evakuiert.
In sozialen Netzwerken kursieren allerdings Fotos und Videos, auf denen Rauch und Flammen im Umfeld der Raffinerie zu sehen sein sollen. Eine unabhängige Überprüfung der Aufnahmen liegt bislang nicht vor.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt die große Distanz zum Kriegsgebiet: Tjumen liegt tief im russischen Hinterland und gilt als deutlich weiter von der Front entfernt als viele bisher bekannte Ziele.
Der ukrainische Aktivist und Berater des Verteidigungsministeriums, Serhii Sternenko, kommentiert den Vorfall auf X mit deutlichen Worten: "Das ist die Rekord-Reichweite der ukrainischen Drohnen. Es wird keine sicheren Regionen in Russland geben. Die Ukraine wird die russische Kolonie beerdigen."