Lange wurde gerätselt, jetzt ist klar, wie viel der Verkauf von Tractive tatsächlich wert war. Der italienische Technologiekonzern Bending Spoons bezahlt insgesamt 900 Millionen US-Dollar für das Unternehmen aus Pasching (OÖ), das berichten die OÖN.
781 Millionen US-Dollar wurden bereits bezahlt. Die restlichen 119 Millionen sollen ein Jahr nach Abschluss der Übernahme, also im kommenden Mai, fließen.
Tractive ist unter Hundebesitzern ein weltweit bekanntes Unternehmen. Es stellt GPS-Tracker für Haustiere her, ist dabei Weltmarktführer.
Mit dem Verkauf schreibt Tractive ein neues Kapitel in der heimischen Start-up-Geschichte. Das 2012 gegründete Unternehmen galt mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Euro als einziges "Einhorn" Oberösterreichs. Der Verkaufspreis liegt deutlich über jenem von Runtastic, das 2015 um 220 Millionen Euro an Adidas verkauft wurde.
Auch bekannte Investoren profitieren vom Deal. Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner war seit 2020 als Investor beteiligt und hielt vor der Übernahme über seine Privatstiftung knapp fünf Prozent an Tractive. Größter Gesellschafter war zuletzt der Schweizer Investor Harold Primat mit 16 Prozent. Gründer Michael Hurnaus hielt rund 12,8 Prozent. Weitere Anteile entfielen auf Mitgründer sowie Investoren und Privatstiftungen.
Der hohe Kaufpreis sorgt allerdings nicht nur für Freude. In der Start-up-Szene wächst die Sorge, dass Tractive ein ähnliches Schicksal drohen könnte wie Runtastic. Ende 2024 hatte Adidas angekündigt, alle österreichischen Standorte zu schließen. Rund 200 Beschäftigte verloren damals ihren Job.
Auch bei Tractive wurde zuletzt ein Stellenabbau eingeleitet, "Heute" berichtete. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind, wollte Bending Spoons nicht bekanntgeben. Laut Firmenbuch beschäftigte das Unternehmen zuletzt rund 235 Menschen. Offen ist außerdem, wie es mit dem modernen Büro-Campus in Pasching weitergeht.