Die Form des Gesäßmuskels (Gluteus maximus) verändert sich mit zunehmendem Alter – je nach Lebensstil, Grad der Gebrechlichkeit, Osteoporose und Typ-2-Diabetes. Ja, deine Po-Form könnte ein Hinweis auf Diabetes sein, wenn es nach neuen Forschungsergebnissen geht, die 2025 auf der Jahrestagung der Radiological Society of North America (RSNA) vorgestellt wurden.
Mithilfe von MRT-Scans, die 3D-Bilder erzeugen, entdeckten britische Forscher der Universität Westminster "unterschiedliche" Muster im Musculus gluteus maximus, die mit Typ-2-Diabetes in Zusammenhang stehen. Dies deute darauf hin, dass eher die Form des Muskels als seine Größe "zugrunde liegende Stoffwechselunterschiede widerspiegeln" könne, hieß es in einer Pressemitteilung. Im Gegensatz zu früheren Studien, die sich mit Muskelgröße oder Fett befassten, konnte mithilfe der 3D-Bildgebung genau festgestellt werden, wo sich der Muskel verändert.
Die Forscher analysierten mehr als 61.000 MRT-Scans aus einer großen britischen Gesundheitsdatenbank, um die Struktur des Muskels besser zu verstehen. Die Daten umfassten auch die körperlichen Messwerte der Teilnehmer, demografische Daten, Krankheitsbiomarker, die Krankengeschichte und Lebensgewohnheiten. Die Forscher untersuchten, wie diese Variablen mit der Muskelform im Laufe der Zeit zusammenhingen.
"Menschen mit höherer Fitness, gemessen an intensiver körperlicher Aktivität und Handkraft, wiesen eine ausgeprägtere Gesäßmuskulatur auf, während Alter, Gebrechlichkeit und langes Sitzen mit einer Verringerung der Muskelmasse in Verbindung gebracht wurden", sagte die Co-Autorin der Studie, Dr. Marjola Thanaj, leitende Wissenschaftlerin am Forschungszentrum für optimale Gesundheit der Universität Westminster.
Bei Studienteilnehmern mit Typ-2-Diabetes zeigte sich bei Männern ein Muskelschwund, während bei Frauen eine Vergrößerung der Muskulatur zu beobachten war, die wahrscheinlich auf eine Fetteinlagerung im Muskelgewebe zurückzuführen war. Männer, die als "gebrechlich" eingestuft wurden, wiesen einen flächendeckenderen Schwund des Gesäßmuskels auf, während sich die Auswirkungen der Gebrechlichkeit bei Frauen auf kleinere Bereiche beschränkten.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass Männer und Frauen "sehr unterschiedliche biologische Reaktionen auf dieselbe Krankheit zeigen", so Thanaj.
Den Gesäßmuskel zu trainieren lohnt sich – nicht nur fürs Aussehen, sondern vor allem für Haltung, Rücken, Knie und Leistungsfähigkeit. Er ist einer der stärksten Muskeln des Körpers und ein zentraler "Motor" für fast jede Bewegung im Alltag.
Er stabilisiert Becken und Rücken
Der Gluteus maximus hält das Becken stabil und unterstützt die Lendenwirbelsäule. Wenn er schwach ist, übernehmen oft Rückenstrecker oder Hüftbeuger zu viel Arbeit → das kann Rückenschmerzen fördern.
Effekt: bessere Haltung, weniger "Hohlkreuz", weniger Belastung für den unteren Rücken.
Er entlastet Knie und schützt vor Fehlbelastungen
Ein starker Po hilft dabei, das Bein beim Gehen, Laufen oder Treppensteigen korrekt auszurichten. Dadurch wird die Belastung auf Knie und Hüfte besser verteilt.
Effekt: weniger Risiko für Knieprobleme (z. B. "Runner’s Knee") und Überlastungen.
Er verbessert Leistung beim Sport
Der Gluteus maximus ist Hauptmuskel für Hüftstreckung – also für Sprinten, Springen, Bergaufgehen, schweres Heben (z. B. Kreuzheben), schnelle Richtungswechsel
Er unterstützt Alltag und Gelenke
Alltägliche Dinge wie Aufstehen, Tragen, Treppen oder längeres Gehen werden leichter, wenn der Gluteus maximus stark ist.
Effekt: mehr "Alltagsfitness", weniger Ermüdung und bessere Bewegungskontrolle.
Er wirkt gegen "Büro-Hintern" (inaktives Gesäß)
Durch langes Sitzen wird der Po oft "inaktiv" (umgangssprachlich glute amnesia). Dann arbeiten andere Muskeln kompensatorisch, was Verspannungen begünstigen kann.
Effekt: weniger Verspannungen (Hüfte/Rücken), bessere Bewegungsmuster.
Mehr: Hast du einen "Büro-Hintern"? Das kannst du dagegen tun