Genauso wie Marcel Sabitzer fehlt ÖFB-Kapitän David Alaba im Aufgebot von Rangnick. Und das hat vor allem den Hintergrund der Fitness.
Der Teamchef über die Gedanken, den Innenverteidiger wegzulassen: "David ist ein spezieller Fall. Die Wahrheit ist aber auch, dass sein letztes Spiel gegen Spanien war. Und wir haben auch gemeinsam darüber diskutiert, ob es nicht Sinn macht, ihn dazuzunehmen. Mein Bauchgefühl sagt, dass es weniger Sinn macht, ihn dazuzunehmen." Hintergrund: Alaba ist nach seinem Abschied von Real Madrid immer noch ohne Verein und hält sich individuell fit.
Bei der EM 2024 war das ÖFB-Team noch bei allen läuferischen Werten top – bei der WM 2026 nur noch unterer durchschnitt. Auch deshalb sei das Abschneiden nicht mehr ganz wie nach Wunsch verlaufen.
Auch deshalb sollen die Trainings wieder härter werden. "Wenn wir unseren Fußball wieder auf den Platz bringen wollen, dann müssen wir All-in gehen, dann muss es scheppern am Platz. Im Nachhinein haben wir während der WM nicht genügend Einheiten eingebaut, wo es richtig gescheppert hat", so der Teamchef.
Das Fazit des österreichischen Teamchefs Ralf Rangnick fiel weit weniger positiv aus. "Mich interessiert auch die Leistung und die Entwicklung der Mannschaft. Da muss ich sagen, ich war mit der WM nicht zufrieden", zeigt sich der ÖFB-Teamchef kritisch.
Der ÖFB-Kader für die Nations League:
TOR
Lukas JUNGWIRTH (LASK; 0)
Alexander SCHLAGER (SV Werder Bremen/GER; 30)
Florian WIEGELE (Viktoria Pilsen/CZE; 1)
Christian ZAWIESCHITZKY (FC Red Bull Salzburg; 0)
VERTEIDIGUNG
David AFFENGRUBER (Fulham FC/ENG; 1/0)
Felix BACHER (Olympique Lyon/FRA; 0)
Kevin DANSO (Sunderland AFC/ENG; 36/0)
Marco FRIEDL (SV Werder Bremen/GER; 12/0)
Philipp LIENHART (SC Freiburg/GER; 43/3)
Phillipp MWENE (1. FSV Mainz 05/GER; 32/0)
Stefan POSCH (1. FSV Mainz 05/GER; 56/5)
Alexander PRASS (TSG 1899 Hoffenheim/GER; 21/0)
Nikolas VERATSCHNIG (FC Red Bull Salzburg; 0)
Maximilian WÖBER (FC Schalke 04/GER; 31/0)
MITTELFELD
Carney CHUKWUEMEKA (Borussia Dortmund/GER; 6/1)
Konrad LAIMER (FC Bayern München/GER; 61/7)
Christoph LANG (LASK; 0)
Vasilije MARKOVIC (FK Austria Wien; 0)
Xaver SCHLAGER (Nottingham Forest FC/ENG; 55/4)
Romano SCHMID (Frosinone Calcio/ITA; 38/4)
Nicolas SEIWALD (RB Leipzig/GER; 51/1)
Paul WANNER (PSV Eindhoven/NED; 7/0)
Patrick WIMMER (TSG 1899 Hoffenheim/GER; 32/1)
ANGRIFF
Junior ADAMU (FC Schalke 04/GER; 9/0)
Michael GREGORITSCH (FC Augsburg/GER; 78/24)
Marco GRÜLL (SV Werder Bremen/GER; 8/0)
Sasa KALAJDZIC (LASK; 25/5)
AUF ABRUF
Nicolas KRISTOF (SV Elversberg/GER; 0), Patrick PENTZ (Bröndby IF/DEN; 18), Nikolas POLSTER (NEC Nijmegen/NED; 0); Leopold QUERFELD (1. FC Union Berlin/GER; 5/0), Jannik SCHUSTER (Brentford FC/ENG; 0), Valentin ZABRANSKY (FC Red Bull Salzburg; 0); Thierno BALLO (AS Saint-Étienne/FRA; 1/0), Yusuf DEMIR (SK Rapid; 4/0), Jacob Peter HÖDL (SK Puntigamer Sturm Graz; 0), Sascha HORVATH (LASK; 0), Alessandro SCHÖPF (LASK; 35/6), Matthias SEIDL (SK Rapid; 8/1); Oluwaseun ADEWUMI (Hertha BSC/GER; 0), Raul FLORUCZ (Royale Union St. Gilloise/BEL; 3/0), Erik KOJZEK (FK Partizan/SRB; 0), Nikolaus WURMBRAND (SK Rapid; 2/1)
Rangnick verspricht jedenfalls eine schonungslose Aufarbeitung: "Innerhalb des Stabes sind wir sehr kritisch mit der eigenen Performance, der der Mannschaft und einzelner Spieler umgegangen." Auch die Freizeit der Spieler wurde Thema. Und auch das sieht Rangnick im Nachhinein kritisch und gesteht, dass die Spieler während der WM wohl zu viele Freiheiten hatten.
Vor allem im Duell mit Top-Nationen hätte es leistungstechnisch nicht gereicht – zu wenig Spieler seien an ihr Maximum gekommen. "Du brauchst gegen Spanien oder Argentinien 90 oder 95 Minuten auf absolutem Top-Niveau. Das haben wir nicht gehabt", rechnet der Deutsche mit seiner Mannschaft ab.
Pröll sieht die Weltmeisterschaft aus logistischer und wirtschaftlicher Sicht durchaus positiv. "Logistisch hat es uns extrem gefordert. Der ÖFB hat das aber durchaus positiv bewältigt", stellt der ÖFB-Boss klar. Sein Resümee: "Wir haben ein paar Punkte, die wir nachschärfen können, aber summa summarum eine passabel positive WM gemeistert."
Das Anforderungsprofil für den neuen Sportdirektor will der ÖFB-Boss offener gestalten. "Es soll stärker auf die Persönlichkeitsstruktur" geschaut werden, erläuterte Pröll. Vor allem fordert er die Fähigkeit, "Menschen zusammenzubringen" zu können. Außerdem stellte Pröll klar, dass der neue Sportdirektor einen Fußball-Background haben muss.
ÖFB-Boss Josef Pröll erklärt die Entlassung von Sportdirektor Peter Schöttel: "Es war Zeit zu entscheiden, man braucht neue Impulse. Wir sind an einem Zeitpunkt angekommen, an dem man auch personelle Weichen stellen muss. Diese Entscheidung haben wir einstimmig im Aufsichtsrat gesprochen."
Über die Aufgaben des neuen Sportdirektors: "Wir wollen eine Persönlichkeit, die fachlich und menschlich proaktiv und dynamisch in Zukunft diese wichtige Scharnierfunktion in Österreich wahrnimmt." Das genaue Profil soll noch nachgeschärft werden. Er kündigte außerdem eine genaue Analyse mit seinen zwei Stellvertretern der möglichen Kandidaten an. Der ÖFB-Boss will anhand von Konzepten die möglichen Kandidaten „screenen”. Die Entscheidung soll im vierten Quartal des Jahres fallen.
Für einen Neustart ist der Zeitpunkt günstig. Gleich vier Nations-League-Partien (zwei Mal Kosovo, Israel und Irland) stehen im kommenden Lehrgang auf dem Programm. Rangnick kann neue Gesichter somit über einen längeren Zeitraum im Training beobachten und ihnen möglicherweise erste Einsatzminuten geben.
102 Länderspiele, dazu EM, Klub-WM und WM: Marcel Sabitzer gönnt seinem Körper eine Pause. Der Dortmund-Star wird im Herbst nicht für Österreich auflaufen. Anfang 2027 soll gemeinsam mit Rangnick über eine Rückkehr gesprochen werden.
Marko Arnautovic absolvierte gegen Spanien sein letztes Spiel im ÖFB-Trikot. Der ÖFB-Rekordtorschütze verkündete bereits vor der WM seinen Rücktritt aus dem Nationalteam. Der 37-Jährige traf 49 Mal für Österreich, war über Jahre eine der wichtigsten Offensivwaffen. Damit fehlt Trainer Ralf Rangnick künftig vor allem eines: Tore.
David Alabas letztes Pflichtspiel war die WM-Niederlage gegen Spanien im Achtelfinale am 2. Juli. Seitdem befindet sich der vereinslose ÖFB-Kapitän auf der Suche nach einem neuen Klub. Für die neue Aufgabe hält er sich individuell fit – Mannschaftstraining hat er keines in den Knochen. Auch deshalb scheint sehr fraglich, ob Rangnick den Innenverteidiger für den kommenden Lehrgang nominieren wird.
Die WM ist Geschichte, jetzt beginnt für das ÖFB-Team ein neuer Abschnitt. Um 14 Uhr präsentiert Ralf Rangnick am ÖFB-Campus in Wien seinen ersten Kader nach der Weltmeisterschaft. Rangnick kündigte bereits an, dass es zu einem Umbruch kommen wird.
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Denn der Teamchef muss ohne zwei seiner wichtigsten Spieler planen. Marko Arnautovic ist aus dem Nationalteam zurückgetreten, Marcel Sabitzer nimmt sich im Herbst eine ÖFB-Auszeit. Die große Frage: Wie radikal baut Ralf Rangnick seinen Kader um?