Klartext vom Teamchef

Rangnick über Alaba: "Mein Bauchgefühl sagt, dass..."

Teamchef Ralf Rangnick entschied sich gegen eine Einberufung von David Alaba. Der langjährige ÖFB-Kapitän müsse erst einen Verein finden.
Erich Elsigan
14.09.2026, 17:17
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117 Länderspiele hat David Alaba seit seinem Nationalteam-Debüt vor 17 Jahren absolviert. Ob noch welche dazukommen, ist offen. Der Kapitän ist seit seinem Real-Abschied vereinslos, hält sich individuell fit. Ralf Rangnick verzichtete daher in seinem Nations-League-Kader auf den Routinier – und begründete es am Montag im ÖFB-Campus.

"David ist ein spezieller Fall", sagt Rangnick. "Mit ihm war ich in den letzten Wochen sehr viel im Austausch. Die Situation ist die, dass er nach wie vor nicht weiß, bei welchem Verein er spielen wird. Die Wahrheit ist, dass sein letztes Spiel jenes gegen Spanien war und sein letztes Mannschaftstraining war am Tag davor." Die 0:3-Sechzehntelfinal-Pleite gegen den späteren Weltmeister ist mittlerweile 74 Tage alt.

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Rangnick gibt zu, trotz allem eine Einberufung überlegt zu haben. "Wir haben gemeinsam diskutiert, ob es nicht Sinn macht, ihn dazuzunehmen. Mein Bauchgefühl hat mir aber gesagt, dass es jetzt weniger Sinn macht."

Aus gutem Grund. "Man stelle sich vor, wir hätten ihn dazugenommen und er hätte sich bei einer Einheit, wo es scheppert, neu verletzt. Dann hätten alle zu Recht gesagt: 'Seid ihr deppert, was macht ihr da? Das war mit Ansage.'"

Rangnick erzählt weiter: "Ich habe ihm gesagt, es macht mehr Sinn, jetzt an der eigenen Fitness zu arbeiten. Hoffentlich findet er bald einen Verein, bei dem er wieder spielen kann. Denn klar ist auch: Mit jeder Woche, in der er nicht spielt, wird es nachher wieder länger dauern, bis er drin ist. Wir haben am Samstag in einem längeren Telefonat, gemeinsam entschieden, dass wir ihn weglassen in diesem Lehrgang."

Mehr noch. Stand jetzt wird es Alaba 2026 nicht im Team-Trikot zu bestaunen geben – auch für den November-Lehrgang will Rangnick seinen Topstar nicht nominieren. "Und dann muss man die Situation neu bewerten, wenn es ab März um die Euro-Quali geht. Das hängt auch davon ab, wann und wo und wie regelmäßig er spielt."

Sprich: Die Tür ist für Alaba nicht zu, doch Rangnick macht klar, dass in Zukunft nur matchfitte Profis bei ihm einen Platz haben. Der Ball liegt beim 34-jährigen Verteidiger.

ee,14.09.2026, 17:17
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