Die Diskussion um den toten Wal vor der Nordseeküste reißt nicht ab. Nachdem eine DNA-Analyse ergeben hatte, dass zwei untersuchte Gewebeproben nicht derselben Tierart zugeordnet werden konnten, meldet sich nun Meeresbiologe Robert Marc Lehmann mit deutlichen Worten zu Wort.
Vor allem die Präsentation der Ergebnisse stößt bei ihm auf heftige Kritik. "Diese Pressekonferenz war eine Katastrophe", sagt Lehmann in einem auf Instagram veröffentlichten Video. Gemeint ist die Vorstellung der DNA-Analyse durch Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies.
Bei der Untersuchung wurden zwei Gewebeproben verglichen - eine vom Wal in der Barge, die andere vom toten Tier vor Anholt. Das Ergebnis lautete, dass beide Proben nicht derselben Tierart angehören.
Für Lehmann ist diese Einordnung jedoch kein Anlass für Spekulationen. "Also das eine ist vielleicht ein Buckelwal, das andere zum Beispiel ein Schweineschnitzel", sagt er. Anschließend kritisiert er die Bewertung der Analyse deutlich: "Dass sich da jemand hinsetzt, der wirklich überhaupt keine Ahnung von DNA hat und versucht, das einzuordnen. Das ist nicht gut. Das ist kontraproduktiv."
Der Meeresbiologe befürchtet, dass die Aussagen weitere Gerüchte anheizen könnten. "Diese Pressekonferenz hat Öl ins Feuer der Schwurbler gegossen. Und jetzt brennt das ganze Internet", sagt Lehmann.
Für ihn steht außer Zweifel, dass es sich bei dem vor Anholt angespülten Tier um den zuvor als "Timmy" bekannten Wal handelt. Als Hinweise nennt er unter anderem das Flukenbild, den befestigten Tracker, die Größe und das äußere Erscheinungsbild.
Entsprechend deutlich fällt sein Fazit aus: "Der Wal ist tot, Punkt! Ihr müsst es akzeptieren. Die Fakten liegen auf dem Tisch."
Trotz der Diskussionen um die DNA-Analyse sieht Lehmann keinen Anlass, den Tod des Wals infrage zu stellen.