Für rund 3.000 Schüler in Vorarlberg hieß es heuer schon vor dem regulären Schulstart wieder: Ab ins Klassenzimmer. Am Freitag ging die zweiwöchige Sommerschule zu Ende. Allein an der Volksschule Hohenems Markt wurden rund 90 Kinder unterrichtet.
Dort fand die Sommerschule bereits zum dritten Mal statt. Sechs Lehrer kümmerten sich um Kinder von der ersten bis zur vierten Volksschulklasse. Personal dafür zu finden, sei kein Problem gewesen, berichtet Direktorin Marion Schwärzler-Marent dem ORF.
Doch gerade zu Beginn wartete auf die Direktorin jede Menge zusätzliche Arbeit. Der Grund: Einige Kinder, die eigentlich in der Sommerschule sitzen sollten, tauchten nicht auf.
"Es sind nicht alle erschienen, die kommen hätten sollen. Dann musste ich nachtelefonieren und nach dem Grund für die Abwesenheit fragen", berichtet Schwärzler-Marent. An ihrer Schule seien rund zehn Prozent der Kinder zu Beginn nicht erschienen oder überhaupt ferngeblieben.
Auch die Bildungsdirektion bestätigt, dass Kinder in den ersten Tagen nicht zum Unterricht erschienen sind. Wie viele Schüler in ganz Vorarlberg betroffen waren, muss allerdings erst erhoben werden.
Dabei gilt für angemeldete Schüler Anwesenheitspflicht. Das gilt auch dann, wenn die Anmeldung freiwillig erfolgt ist. Für Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen war der Besuch der Sommerschule heuer verpflichtend.
Wer ohne Rechtfertigung fehlt, riskiert Konsequenzen. "Ungerechtfertigtes Fernbleiben stellt eine Schulpflichtverletzung dar", erklärt Elisabeth Mettauer von der Bildungsdirektion. Bei mehr als drei ungerechtfertigten Fehltagen müsse eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft erfolgen.
Mit rund 3.000 Schülern verzeichnete Vorarlberg heuer einen Rekord bei den Anmeldungen. Trotz des großen Andrangs bekam jedes Kind einen Platz. Teilweise standen sogar Kinder vor der Tür, die gar nicht angemeldet waren - etwa Geschwister von Teilnehmern. Auch für sie konnte noch ein Platz gefunden werden.
Für Schwärzler-Marent ist die Sommerschule grundsätzlich eine gute Vorbereitung auf den Schulbeginn. Dabei gehe es nicht nur um den Lernstoff. Nach den langen Ferien könnten sich die Kinder wieder daran gewöhnen, am Morgen aufzustehen und einen geregelten Tagesablauf zu haben.
Auch die verpflichtende Teilnahme für Schüler mit unzureichenden Deutschkenntnissen hält die Direktorin für sinnvoll. Gleichzeitig dämpft sie die Erwartungen: Größere Lernrückstände innerhalb von nur zwei Wochen aufzuholen, sei schwierig.