Deutschland hat seine Rolle als Waffenlieferant massiv ausgebaut. Laut einem neuen Bericht des Friedensforschungsinstituts Sipri ist die Bundesrepublik in den Jahren 2021 bis 2025 zum viertgrößten Waffenexporteur der Welt aufgestiegen – und damit zur Nummer eins in Europa.
Besonders stark ins Gewicht fällt dabei die Unterstützung für die Ukraine. Rund 24 Prozent aller deutschen Waffenlieferungen gingen laut Bericht als Militärhilfe an das von Russland angegriffene Land.
Insgesamt steigerte Deutschland seine Waffenexporte im Vergleich zur vorherigen Fünfjahresperiode um 15 Prozent. Der Anteil am weltweiten Waffenhandel liegt nun bei 5,7 Prozent. Wichtigste Abnehmerregion für deutsche Rüstungsgüter bleibt Europa mit 41 Prozent der Lieferungen. Dahinter folgen der Nahe Osten und Asien.
Der Krieg in der Ukraine hat den Waffenmarkt insgesamt kräftig angeheizt. Europa importierte zuletzt rund ein Drittel aller weltweit gehandelten schweren Waffen – fast die Hälfte davon aus den USA. Damit ist der Kontinent erstmals seit den 1960er-Jahren wieder die wichtigste Importregion für Rüstungsgüter.
Die Vereinigten Staaten (USA) bauen ihre Dominanz weiter aus. Ihr Anteil an den globalen Waffenexporten stieg laut Sipri auf 42 Prozent. Russland bleibt zwar der drittgrößte Exporteur, seine Ausfuhren brachen wegen des Ukraine-Kriegs jedoch massiv ein.
Der Sipri-Bericht bezieht sich nicht auf den Wert der Lieferungen, sondern auf die Menge der gehandelten "schweren Waffen". Als schwere Waffen gelten laut Sipri etwa Kampfjets, Panzer, Kriegsschiffe, Militärhubschrauber oder Artilleriesysteme.