Arbeitszeitreform

Deutschland plant das Ende des 8-Stunden-Tags

Die Bundesregierung in Berlin will den Acht-Stunden-Tag kippen und eine wöchentliche Höchstarbeitszeit einführen. Gewerkschafter sind empört.
Technik Heute
13.05.2026, 20:07
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In Deutschland steht eine der größten Veränderungen im Arbeitsrecht seit über 100 Jahren bevor. Seit 1918 gilt dort der Acht-Stunden-Tag als Grundpfeiler des Arbeitnehmerschutzes. Nun will die Große Koalition unter Kanzler Friedrich Merz dieses Prinzip aufweichen.

Statt einer täglichen Höchstarbeitszeit soll künftig nur noch eine Wochenarbeitszeit gelten. Damit könnten Arbeitnehmer an einzelnen Tagen deutlich länger arbeiten als bisher erlaubt - solange sie das im Wochenschnitt wieder ausgleichen.

Wie chip.de berichtet, will Arbeitsministerin Bärbel Bas den Gesetzentwurf im Juni vorlegen. Die SPD-Chefin distanzierte sich allerdings bereits öffentlich von dem Vorhaben: "Wenn es nach der SPD und mir persönlich geht, fassen wir das Thema gar nicht erst an, aber es steht im Koalitionsvertrag."

Juso-Chef: "Eine Frechheit"

Heftige Kritik kommt vom Nachwuchs der eigenen Partei. Juso-Vorsitzender Philipp Türmer warf Kanzler Merz vor, die Erschöpfung der Arbeitnehmer zu ignorieren. "Den Acht-Stunden-Tag zu schleifen ist kein Aufbruchssignal, das ist eine Frechheit", sagte er.

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"Wir dürfen Arbeitnehmer nicht der Willkür ihrer Chefs ausliefern", warnte Türmer. Die Höchstarbeitszeit schütze Menschen davor, "mit 50 arbeitsunfähig zu werden, weil sie ausgebrannt sind".

Gesundheitsrisiken steigen

Mediziner warnen vor den Folgen langer Arbeitstage. Studien zeigen: Ab der achten Arbeitsstunde steigt das Unfallrisiko deutlich an. Nach zwölf Stunden ist die Unfallrate bereits doppelt so hoch wie nach einem normalen Acht-Stunden-Tag.

Österreich gilt dabei als warnendes Beispiel: Dort wurde der 12-Stunden-Tag bereits 2018 eingeführt. Gewerkschaften kritisierten auch damals steigenden Druck auf die Beschäftigten. Laut Umfragen befürchten rund drei Viertel der deutschen Arbeitnehmer negative Folgen durch die geplante Reform.

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