Am Flughafen Berlin-Brandenburg kommt der Passagierverkehr am Mittwoch (18. März) vollständig zum Erliegen. Grund ist ein ganztägiger Warnstreik der Gewerkschaft ver.di, der große Auswirkungen auf den Flugverkehr in der deutschen Hauptstadt hat.
Die Betreiber des Flughafens kündigten an, den Passagierbetrieb komplett einzustellen. Insgesamt sind rund 445 Starts und Landungen betroffen, etwa 57.000 Passagiere können ihre Flüge nicht wie geplant antreten.
Die Gewerkschaft hatte die Beschäftigten der Flughafengesellschaft zu dem Warnstreik aufgerufen. Hintergrund ist der laufende Tarifkonflikt zwischen Arbeitnehmervertretung und Arbeitgeberseite. Laut Ver.di sei der Arbeitskampf eine "direkte Konsequenz der Verweigerungshaltung der Arbeitgeberseite, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen".
Zu den Forderungen zählen sechs Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 250 Euro zusätzlich pro Monat je Gruppe beziehungsweise Stufe. Außerdem verlangt die Gewerkschaft für ihre Mitglieder einen zusätzlichen freien Tag. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.
In der vergangenen Woche hatte bereits die zweite Verhandlungsrunde stattgefunden. Das erste Angebot der Arbeitgeberseite stieß jedoch auf deutliche Kritik der Gewerkschaft. Verhandlungsführer Holger Rößler bezeichnete es als "eine Provokation am Verhandlungstisch".
Nach Angaben von Ver.di hätten die Arbeitgeber lediglich Entgelterhöhungen von rund einem Prozent pro Jahr vorgeschlagen – bei einer Laufzeit bis Ende 2028.
Die Flughafengesellschaft sieht den Warnstreik hingegen kritisch und bezeichnete ihn als unverhältnismäßig. Für Reisende bedeutet der Arbeitskampf jedoch vor allem eines: massive Einschränkungen.
Der Flughafen rät allen Betroffenen, sich direkt bei ihren Airlines oder Reiseveranstaltern über Umbuchungen und alternative Verbindungen zu informieren.
Die nächste Runde der Tarifverhandlungen zwischen der Flughafengesellschaft und der Gewerkschaft ist bereits angesetzt. Sie soll am 25. März stattfinden. Ob es davor oder danach weitere Streiks geben wird, bleibt vorerst offen.