Das sind die Ausnahmen

Handy-Tarife werden ab April teurer – aber nicht alle

Ab April wird ein Großteil der Handy-Tarife teurer. "Heute" zeigt, welche Mobilfunkanbieter keine automatische Inflationsanpassung vornehmen.
Team Wirtschaft
15.03.2026, 20:57
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Für viele Handy-Nutzer in Österreich wird es bald wieder etwas kostspieliger. Mit Anfang des kommenden Monats erhöhen mehrere Mobilfunkanbieter ihre Tarife.

Grund dafür sind sogenannte Wertsicherungsklauseln, die seit 2012 in vielen Verträgen verankert sind. Sie erlauben es den Anbietern, Preise automatisch an die Inflation anzupassen – und betreffen mittlerweile mehr als die Hälfte aller Mobilfunktarife im Land.

Bis zu 3,5 Prozent bei A1 und Magenta

Bei A1 Telekom Austria steigen die monatlichen Grundentgelte sowie mögliche Pauschalen um 3,5 Prozent. Grundlage dafür ist der Verbraucherpreisindex 2025 der Statistik Austria. Betroffen sind nahezu alle aktuellen Tarife der Marken A1, bob und Red Bull Mobile.

Auch Kunden von Magenta Telekom müssen tiefer in die Tasche greifen: Hier wird ebenfalls eine Anpassung von bis zu 3,5 Prozent fällig. Laut Unternehmen betrifft die Erhöhung allerdings nur die monatliche Grundgebühr – Zusatzpakete oder weitere Leistungen bleiben unverändert.

Bei Drei kann es noch stärker steigen

Noch deutlicher fällt die Anpassung bei Drei Österreich aus. Rund 60 Prozent der Kunden mit entsprechenden Klauseln im Vertrag müssen mit Aufschlägen rechnen. Weil der Anbieter im Jahr 2025 auf eine Indexanpassung verzichtet hatte, kann die Erhöhung nun – je nach Vertragsabschluss – zwischen einem und rund 6,5 Prozent liegen.

Nicht betroffen sind unter anderem Wertkarten-Angebote sowie bestimmte neue Tarife.

Wer auf automatische Teuerung verzichtet

Bei mehreren sogenannten virtuellen Mobilfunkern bleibt die Preisbremse hingegen weiterhin angezogen. Anbieter ohne eigenes Netz – etwa spusu, Georg, Liwest Mobil oder Marken von ventocom wie Hofer Telekom (HoT) – haben keine automatische Inflationsanpassung in ihren Verträgen vorgesehen.

Auch beim A1-Diskonter yesss! sind solche jährlichen Anpassungen nicht üblich.

Kündigen? Leider meist nicht möglich

Besonders ärgerlich für viele Kunden: Selbst wer erst vor Kurzem einen neuen Vertrag abgeschlossen hat, muss die höheren Gebühren bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit akzeptieren.

Hintergrund ist ein Urteil des Europäischer Gerichtshofs: Demnach gilt eine solche Anpassung nicht als klassische Preiserhöhung, sondern als bereits im Vertrag festgelegte Inflationsanpassung.

Das bedeutet auch: Ein außerordentliches Kündigungsrecht besteht in der Regel nicht. Wer seine reguläre Kündigungsfrist bereits verpasst hat, sitzt zunächst im bestehenden Vertrag fest. Für die Zukunft kann sich allerdings ein Blick auf "kleinere" Anbieter lohnen. Diese haben bei ihren Tarifen häufig keine Indexanpassung vorgesehen.

Immerhin fällt die aktuelle Erhöhung moderater aus als in den Jahren zuvor. Während 2025 die Tarife bei manchen Anbietern um rund 2,1 Prozent stiegen, lagen die Anpassungen 2024 bei bis zu 7,86 Prozent – und 2023 sogar bei bis zu 11,5 Prozent.

{title && {title} } tmw, {title && {title} } Akt. 16.03.2026, 16:15, 15.03.2026, 20:57
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