Wohnen, Energie, Essen

Expertin rechnet ab! So teuer wurde Österreich wirklich

Monat für Monat ächzen die Menschen in Österreich über Teuerungen in allen Bereichen. Die offiziellen Zahlen zeigen nun, wie schlimm es wirklich ist.
Newsdesk Heute
22.01.2026, 22:35
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Tausende müssen ihren letzten Cent zweimal umdrehen, trotzdem steigen die Preise bei Mieten, Energie, im Supermarkt und im Gasthaus – sofern das überhaupt noch besucht wird – Monat für Monat weiter an. So zumindest das Gefühl vieler Österreicherinnen und Österreicher. Die im Europa-Vergleich hohe Inflation heizt die Teuerung weiter an. Am Donnerstagabend legte Manuela Lenk, Generaldirektorin der Statistik-Austria, in der "ZIB2" bei ORF-Moderator Martin Thür die offiziellen Zahlen vor, wie teuer das Jahr 2025 für Österreichs Bürger wirklich war.

Im Schnitt um 3,6 Prozent sind die Preise in Österreich im letzten Jahr gestiegen, 2,4 Prozent waren es 2024. Preistreiber waren dabei Wohnen, Energie und Lebensmittel, Letztere stiegen seit 2023 um rund 10,9 Prozent im Preis. Pikant, wie Moderator Thür vorrechnete: Während sich Lebensmittelpreise in Österreich um fast elf Prozent in nur zwei Jahren nach oben bewegt haben (knapp über neun Prozent waren es im EU-Schnitt), kosten Lebensmittel in der Schweiz heute exakt so viel wie im Jahr 2023.

Strompreisbremse fliegt aus Inflationsberechnung

Warum es Österreich nicht schaffe, die Preise nach unten zu bekommen, solle man die Politik fragen, nicht die Statistik Austria, so Lenk. Was sie aber sagen könne: "Aufgrund der Strompreisbremse ist die Inflation heuer höher gewesen, weil die ist ja im letzten Jahr weggefallen. Und ab den nächsten Berechnungen, wenn wir die Jänner-Inflation berechnen, wird man das merken, dass die Strompreisbremse jetzt nicht mehr die Inflation erhöht sozusagen." Die Frage nach den Gründen müsse man aber dennoch der Politik stellen.

Wie sehr die Inflation nur durch den Wegfall der Betrachtung der Strompreisbremse sinken werde, lasse sich jetzt noch nicht sagen, so die Expertin – immerhin wisse man noch nicht, "wie sich die Netzpreise entwickeln". Gehe man von der Belastung aus, habe die Strompreisbremse 0,4 Prozentpunkte ausgemacht und die erhöhten Netzgebühren hätten noch einmal mit 0,4 Prozentpunkten zu Buche geschlagen. Indes werde die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel von zehn auf 4,9 Prozent "auch einen Effekt haben", hieß es.

Noch viele Fragezeichen bei Mehrwertsteuersenkung

Mit weiteren Maßnahmen müsse man "dann schauen", ob das Ziel von zwei Prozent bei der Inflationsrate erreichbar sei, so Lenk. Bei der Mehrwertsteuersenkung sei noch offen, welche Produkte genau umfasst seien, um eine mögliche Inflationsbewegung berechnen zu können, so die Expertin. Die große Frage sei aber auch, ob die Senkung überhaupt und in welchem Ausmaß an die Konsumenten weitergegeben werde. Möglich sei zudem, dass die Inflation bei den Lebensmitteln gedämpft, dafür aber in einem anderen Bereich angeheizt werde.

"Inflationsmessung ist keine Glaskugel, wir können nicht in die Zukunft sehen", so Lenk. Was im Rückblick gesagt werden könne: Besonders stark seien die Preise bei Kaffee und Tee und Schokolade gestiegen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 22.01.2026, 22:55, 22.01.2026, 22:35
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