In Deutschland bahnt sich eine Revolution am Arbeitsmarkt an. Die Bundesregierung will den seit 1918 geltenden Acht-Stunden-Tag abschaffen und stattdessen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden einführen.
Das würde bedeuten: Statt maximal acht Stunden pro Tag könnten Arbeitnehmer künftig bis zu 13 Stunden am Stück arbeiten - solange die Wochensumme nicht überschritten wird.
Wie chip.de berichtet, will Arbeitsministerin Barbel Bas den Gesetzentwurf im Juni vorlegen. Die Regierung verspricht mehr Flexibilität für Beschäftigte, etwa bei Saisonarbeit oder Schichtbetrieb.
Doch die Pläne stoßen auf massiven Widerstand. Juso-Chef Philipp Turner kritisierte: "Den Acht-Stunden-Tag zu schleifen ist kein Aufbruchssignal, das ist eine Frechheit." Er warnt vor Erschöpfung und Gesundheitsschäden bei Arbeitnehmern.
Selbst Arbeitsministerin Bas zeigte sich skeptisch: "Wenn es nach der SPD und mir persönlich geht, fassen wir das Thema gar nicht erst an, aber es steht im Koalitionsvertrag."
Österreich wird dabei als Vergleich herangezogen. Hier wurde der 12-Stunden-Tag bereits 2018 eingeführt - damals ebenfalls unter scharfer Kritik der Gewerkschaften.
Mediziner warnen vor den Folgen langer Arbeitstage: Laut Studien steigt das Unfallrisiko ab der achten Arbeitsstunde deutlich an. Nach zwölf Stunden ist die Unfallrate bereits doppelt so hoch wie bei einem normalen Arbeitstag.