Neue WLAN-Lösung

Devolo zeigt mit Meshsystem, wie stark WiFi 7 schon ist

Das neue WiFi-7-Mesh-Set BE6500 von Devolo verspricht stabiles WLAN im ganzen Zuhause. Der Alltagstest zeigt, wie gut das bereits jetzt klappt.
Rene Findenig
17.05.2026, 16:42
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Wer in einer größeren Wohnung oder in einem mehrstöckigen Haus lebt, kennt das Problem: Direkt neben dem Router läuft alles schnell, zwei Räume weiter beginnt das große Zittern. Videos laden plötzlich nur noch in schlechter Qualität, Videokonferenzen stocken und Smart-Home-Geräte verlieren regelmäßig die Verbindung. Genau dieses Problem will das neue WiFi-7-Mesh-System von Devolo lösen. Das Devolo WiFi 7 Mesh BE6500 gibt es als Einzelgerät, als Zweier- und als Dreier-Pack. Es richtet sich damit an Haushalte verschiedenster Größen, die Preise starten bei rund 150 Euro für das Einzelgerät und rund 400 Euro für das Dreier-Pack.

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Die Geräte sind hoch gebaut, weiß gehalten und erinnern optisch eher an kleine Netzwerksäulen als an klassische Router. Jede Einheit misst exakt 175 x 118 x 72 Millimeter. Damit sind die Geräte deutlich größer als viele kompakte Mesh-Knoten anderer Hersteller. Gleichzeitig sorgt die Bauhöhe dafür, dass die Antennen im Inneren mehr Platz bekommen. Das fällt im Alltag tatsächlich auf, weil die Signalstärke auch durch mehrere Wände hinweg erstaunlich konstant bleibt. Das Set besteht aus drei identischen Geräten. Einen speziellen Haupt-Router und kleinere Satelliten gibt es hier nicht.

Drei Bänder, aber kein klassischer Tri-Band-Aufbau

Jede Station kann unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Das Gerät lässt sich entweder als Router, als Access Point, als Mesh-Controller oder als Mesh-Erweiterung einsetzen. Genau diese Flexibilität macht das System interessant für Menschen, die bereits einen Internet-Router vom Provider besitzen und das WLAN nur verbessern wollen. Im Test zeigte sich die Einrichtung erfreulich unkompliziert. Devolo setzt auf die eigene Home-Network-App für iOS und Android. Nach dem Anschließen der ersten Station wird das System Schritt für Schritt eingerichtet. Die zweite und dritte Einheit werden danach automatisch erkannt.

Das ist im Mesh-Bereich keineswegs selbstverständlich. Viele Konkurrenzsysteme verlangen noch immer manuelle Schritte oder brechen die Kopplung plötzlich ab. Beim Devolo-System lief die Verbindung im Test stabil. Nach wenigen Minuten war ein gemeinsames WLAN-Netz aktiv. Auffällig ist, dass Devolo bei diesem Modell keinen klassischen Tri-Band-Aufbau verwendet. Einige teure WiFi-7-Systeme setzen parallel auf 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz. Beim BE6500 arbeitet das System dagegen entweder mit 2,4 GHz plus 5 GHz oder mit 2,4 GHz plus 6 GHz. Bemerkbar macht sich das allerdings nur in Ausnahmesituationen mit extremen Belastungen.

Für Tempo-Sprung braucht es moderne Endgeräte

In mittelgroßen Wohnungen oder Häusern liefert das System hohe Geschwindigkeiten, für kleinere Wohnungen ist die Lösung dagegen fast schon überdimensioniert. Devolo nennt maximale Datenraten von bis zu 688 Mbit/s auf 2,4 GHz, bis zu 2.882 Mbit/s auf 5 GHz und bis zu 5.765 Mbit/s auf 6 GHz. Diese Werte sind theoretische Spitzenwerte, trotzdem zeigen sie die technische Ausrichtung des Systems. Besonders das 6-GHz-Band bringt spürbar mehr Ruhe ins Netz, weil dort deutlich weniger ältere Geräte funken. Interessant ist dabei die sogenannte Multi Link Operation, kurz MLO. Diese Funktion gehört zu den zentralen Neuerungen von WiFi 7.

Geräte können dabei mehrere Frequenzbänder gleichzeitig nutzen, statt ständig zwischen ihnen zu wechseln. In der Praxis bedeutet das weniger Verzögerungen und stabilere Verbindungen. Gerade bei Cloud-Gaming oder hochauflösenden Videostreams macht sich das bemerkbar. Allerdings: Viele Endgeräte unterstützen WiFi 7 noch gar nicht vollständig. Wer ein älteres Smartphone oder Notebook verwendet, profitiert zwar trotzdem vom starken Mesh-Netz, schöpft die Möglichkeiten des Systems aber nicht völlig aus. Das System funktioniert auch mit WLAN-4-, WLAN-5- und WLAN-6-Geräten, doch der große Geschwindigkeitssprung bleibt aus.

Technisch unterstützt das Mesh-System WLAN 4, 5, 6 und 7 sowie moderne Funktionen wie Multi Link Operation und WPA3-Verschlüsselung.
Rene Findenig

Genug Anschlüsse auch für stationäre Geräte

Im Alltag überzeugte vor allem die Reichweite. Selbst bei größeren Distanzen und in schwierigen Bereichen blieb die Verbindung stabil. Gerade in Altbauwohnungen mit dicken Wänden zeigt sich, ob ein Mesh-System etwas taugt. Das Devolo-System hielt die Verbindung konstant und verhinderte jene plötzlichen WLAN-Abbrüche, die viele Nutzer regelmäßig zur Weißglut treiben. Die stabile Abdeckung gehört zu den Stärken des Systems. Auch bei der Geschwindigkeit lieferte das BE6500 solide Ergebnisse. Große Dateien ließen sich schnell übertragen, 4K-Streams liefen stabil und mehrere Gaming-Sitzungen liefen superflüssig.

Gleichzeitig darf man keine Wunder erwarten. Wer bereits ein sehr schnelles WiFi-6E-System besitzt, wird im Alltag nicht plötzlich den doppelten Temposchub erleben. Die Unterschiede zeigen sich eher in der Stabilität unter Last und bei vielen gleichzeitig verbundenen Geräten. Ein wichtiger Punkt im Alltag ist die Anschlussausstattung. Jede Station besitzt einen 2,5-Gigabit-Port, der entweder als WAN- oder LAN-Anschluss genutzt werden kann. Dazu kommen drei weitere Gigabit-LAN-Anschlüsse. Das ist praktisch, weil dadurch auch stationäre Geräte wie Spielekonsolen, Smart-TVs oder Desktop-PCs direkt per Kabel verbunden werden können.

Jede Station bietet einen 2,5-Gigabit-Anschluss und zusätzlich drei Gigabit-LAN-Ports für kabelgebundene Geräte.
Rene Findenig

Geräte verteilen das Signal gleichmäßig

Die Benutzeroberfläche wirkt sachlich, bleibt dafür aber übersichtlich. Wer tiefer ins Netzwerk eingreifen will, kann das System nicht nur über die Smartphone-App, sondern auch direkt über den Browser verwalten. Dabei bietet das System alle wichtigen Heimnetzwerk-Funktionen. IPv4 und IPv6 werden unterstützt, dazu kommen ein Gäste-WLAN, QoS-Funktionen zur Priorisierung bestimmter Datenströme, eine Blacklist-Funktion und eine integrierte Firewall. Verschlüsselt wird per WPA, WPA2 oder WPA3 Personal. Auch WPS wird weiterhin unterstützt, kann bei Sicherheitsbedenken aber auch ganz einfach deaktiviert werden.

Die Übergänge zwischen den einzelnen Mesh-Stationen liefen sauber. Smartphones wechselten beim Gehen durch die Wohnung automatisch auf die jeweils stärkste Einheit, ohne dass Streams oder Videotelefonate abbrachen. Gerade in größeren Wohnungen zeigt sich der Nutzen eines Mesh-Systems erst richtig. Genau hier spielen die drei Devolo-Stationen ihre Stärke aus. Die Geräte verteilen das Signal gleichmäßig. Das Ergebnis ist kein "Turbo-WLAN" im Marketing-Sinn, sondern ein Netz, das schlicht zuverlässig funktioniert. Und genau das wünschen sich viele Nutzer eigentlich viel mehr als theoretische Rekordwerte.

Möglichst unkompliziert zu stabilem WLAN

Im Betrieb blieben die Geräte angenehm leise, weil keine Lüfter verbaut sind. Gleichzeitig werden die Gehäuse unter Last spürbar warm, aber nicht heiß. Das ist bei leistungsstarken WiFi-7-Systemen nicht ungewöhnlich, zeigt aber, dass im Inneren tatsächlich kräftige Hardware arbeitet. Eine LED-Anzeige auf der Vorderseite informiert über den Gerätestatus und zeigt unter anderem an, ob das Gerät arbeitet oder ob es Probleme mit dem Netzwerk gibt. Preislich versucht Devolo einen Mittelweg. Das BE6500 soll moderne WiFi-7-Technik liefern, ohne bei den Kosten abzuheben. Mit einem Preis von rund 150 Euro pro Einzelgerät fällt das fair aus.

Devolo versucht hier nicht, den technisch extremsten Router am Markt zu bauen. Stattdessen geht es darum, große Wohnungen und Häuser möglichst unkompliziert mit stabilem WLAN zu versorgen – und das klappt fantastisch. Kurze Aussetzer, langsame Ladezeiten oder plötzlich abbrechende Verbindungen gehörten im Test der Vergangenheit an. Deswegen ist die Lösung nicht nur für Streamer, Gamer und Haushalte mit sehr vielen Endgeräten interessant, sondern auch für Homeoffice-Nutzer. Kleiner Kompromiss: Zwar bietet jede Einheit einen 2,5-Gigabit-Port, die restlichen drei Anschlüsse arbeiten aber "nur" mit Gigabit-Geschwindigkeit.

Die Einrichtung über die Home-Network-App gelang schnell und unkompliziert, zusätzlich lässt sich das System auch über den Browser verwalten.
Rene Findenig

Devolo zeigt mit Meshsystem, wie stark WiFi 7 schon ist

Positiv fiel die Stabilität der Software auf. Abstürze oder plötzliche Neustarts traten im Test nicht auf. Gerade Mesh-Systeme kämpfen immer wieder mit Firmware-Problemen oder instabilen Verbindungen zwischen den Knotenpunkten. Das BE6500 lief dagegen auffällig ruhig. Die Firmware-Updates werden direkt über die App eingespielt, was den Wartungsaufwand reduziert. Auch die Sicherheitsfunktionen sind für ein Heimnetz solide aufgestellt. Besonders auffällig war, wie zuverlässig sich Geräte im Hintergrund neu verbanden. Selbst beim Wechsel zwischen Stockwerken oder beim Gang auf den Balkon blieb die Verbindung meist stabil.

Auch ältere Geräte verursachten im Test keine Probleme. Das ist wichtig, weil Haushalte oft aus einem Mix neuer und alter Hardware bestehen. Ein WiFi-7-Smartphone trifft dann auf ältere Drucker, Smart-Home-Komponenten oder TVs, die teils nur WLAN 4 oder WLAN 5 beherrschen. Das BE6500 zeigte sich hier kompatibel und arbeitete stabil mit unterschiedlichsten Geräten zusammen. Unterm Strich liefert Devolo mit dem WiFi 7 Mesh BE6500 3-Pack ein überraschend bodenständiges WiFi-7-System. Statt mit übertriebenen Marketing-Versprechen zu protzen, konzentriert sich das Paket auf stabile WLAN-Abdeckung und einfache Einrichtung.

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