Neue Ermittlungsergebnisse zeigen, wie professionell die Täter im Coup um den Helikopter von Thomas Morgenstern vorgingen. Augenzeugen hörten zwar noch das laute Knattern, und auch das Bundesheer-Radar verfolgte die Route des Helis von Mauterndorf über die Steiermark und Bleiburg bis nach Pag (Kroatien) – aber weil er sich keinen Flugverbotszonen näherte, gab es keine Grundlage, einzuschreiten.
Die Täter dürften offenbar genau gewusst haben, was zu tun ist. Der Hubschrauber ist nicht tauglich für Nachtflüge, trotzdem konnten sie ihn problemlos durch die sternenklare Nacht manövrieren.
Am Flugplatz brachen sie die Hintertür auf und machten sich dann am Heli zu schaffen: Ortungssystem, Absturzsensor und Transponder wurden gezielt deaktiviert, berichtet "Salzburg24" in Berufung auf Ermittlungen des Landeskriminalamtes Salzburg (LKA).
Danach brachten sie das Fluggerät mit einem Rangierwagen ins Freie und steuerten die Flughafen-Tankstelle an. Dort wurde der 170-Liter-Tank bummvoll aufgefüllt. Die Abrechnung zeigt aber 365 Liter an. Offensichtlich wurde reichlich Reserve-Sprit in Kanistern mitgeführt, um die Reichweite massiv zu erhöhen.
Auf die anfängliche Fassungslosigkeit folgte beim dreimaligen Olympia-Sieger schon bald der Schock. Dachte er erst noch, Opfer einer "versteckten Kamera" geworden zu sein, zeigt sich Thomas Morgenstern in Interviews mittlerweile tief getroffen. "Wie eine Frau", verglich er den Verlust seines "Babys" im ORF.