Der Schmerz sitzt tief. Seit Tagen fehlt von jenem Hubschrauber jede Spur, mit dem Thomas Morgenstern unzählige Stunden verbracht hat. Im ORF-Interview wird deutlich, wie sehr der Verlust die Skisprung-Legende mitnimmt.
Morgenstern ringt mit feuchten Augen um Worte, stockt im Gespräch immer wieder. Besonders der persönliche Verlust trifft den 39-Jährigen. "Das tut eigentlich am meisten weh, weil einfach ... ja ... der Hubschrauber nimmer da ist, mit dem man sehr eng verbunden ist", erzählt Morgenstern.
Dann zieht der ehemalige Skisprung-Star einen ungewöhnlichen Vergleich: "Ich erklär' immer: Das ist wie eine Frau." Der Heli sei für ihn eben nicht einfach nur irgendeine Maschine gewesen. "Wir streicheln die jeden Tag in der Nacht, dass wir sie g'scheit polieren, putzen", erzählt Morgenstern.
Auf den Hubschrauber sei penibel aufgepasst worden. "Das ist einfach ein Teil jetzt einfach weg, mit dem man viel Zeit verbracht hat und sehr verbunden war", sagt Morgenstern sichtlich bewegt.
Eine heiße Spur zum verschwundenen Robinson R44 gibt es weiterhin nicht. Die Maschine mit dem Kennzeichen OE-XHK wurde in der Nacht auf Montag aus einem Hangar am Flugplatz Mauterndorf im Salzburger Lungau gestohlen.
Der Hubschrauber hob gegen 1.50 Uhr ab und verließ Österreich kurz nach 2 Uhr. Zuletzt wurde die Maschine gegen 4.20 Uhr in Kroatien erfasst. Seither fehlt von ihr jede Spur.
Die Suche gestaltet sich schwierig. Die Ortungssysteme des Hubschraubers wurden deaktiviert. Polizei, Bundesheer und Austro Control versuchen nun anhand vorhandener Radardaten nachzuvollziehen, wohin die Täter weitergeflogen sein könnten.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter mit den Gegebenheiten am Flugplatz vertraut waren. Gesicherte Spuren werden ausgewertet, zudem werden Personen einvernommen, die Zugang zum Flugplatz hatten.
Auch Morgenstern selbst rechnet mittlerweile offenbar nicht mehr mit einer schnellen Rückkehr seines "Babys". Hinweise, die ihn nach seinem öffentlichen Aufruf erreicht haben, brachten bisher keinen Durchbruch.
Mit jeder Stunde werde es einfacher, den Hubschrauber zu verstecken oder zu zerlegen. Gleichzeitig gilt ein legaler Weiterverkauf in Europa als schwierig. Zahlreiche Bauteile besitzen Seriennummern und müssen in der Luftfahrt lückenlos dokumentiert werden.