Die Posse um den gestohlenen Helikopter von Thomas Morgenstern wird immer irrer. Mitten in der Nacht wurde der eigentlich nicht Nachtflug-geeignete Hubschrauber aus einem Hangar in Mauterndorf (Salzburg) gestohlen – das letzte Signal wurde aus Kroatien empfangen. Die unbekannten Täter kannten sich am Flugplatz offenbar ganz genau aus – und nutzten die klare, hell vom Mond erleuchtete Nacht für den Abtransport aus.
Auch wenn Transporter und sonstige Ortungsgeräte prompt deaktiviert wurden, ging das Fluggerät den Bundesheer-Radars noch einige Male ins Netz. Weil es sich aber keinen Flugverbotszonen oder heiklen Bereichen näherte, ließ man es gewähren. Und seither ist der Helikopter verschollen.
"So etwas habe ich weder erlebt noch hätte ich es mir jemals vorstellen können, dass so etwas passieren kann", sagt der immer noch erschütterte Olympia-Star im Interview mit den "Salzburger Nachrichten". Österreichweit sei es wohl der erste derartige Fall in der Geschichte.
Sein Handy höre seitdem jedenfalls nicht mehr auf zu klingeln. "Es haben sich in den letzten zwei Tagen mehr Menschen gemeldet als nach meinem Olympiasieg." Neben dem wirtschaftlichen Schaden belastet ihn der Vorfall auch emotional. Viele Male sei er ihn selbst geflogen.
Was bleibt, sei die Frage, was die Diebe mit der Beute nun überhaupt vorhaben. Eigentlich könnten sie damit überhaupt nichts anfangen: "In Europa kann der Heli sicher nicht mehr fliegen, weil jedes Teil eine Seriennummer und nach einer bestimmten Anzahl an Flugstunden auch ein Ablaufdatum hat. Verkaufen kannst du diese Teile auch nicht."
Und wie stiehlt man überhaupt so einen Heli? Laut Morgenstern sei das kein großes Unterfangen. Die Diebe dürften einfach einen Schlüssel benutzt haben. "Das ist vergleichbar mit einem Bagger – da passt ein Schlüssel auch oft vom selben Modell", sagt er den "SN". Vieles deute darauf hin, dass hier absolute Flug-Profis am Werk waren.