Schon vor mehreren Wochen berichteten die "Salzburger Nachrichten" vom Fall eines "Sternbräu"-Kellners, der nach der Ablehnung seines Asylantrags zwar vorerst in Österreich bleiben, aber nach zwei Jahren plötzlich nicht mehr arbeiten darf und jetzt auf Kosten der Steuerzahler versorgt werden muss. Ein Muster, das sich offensichtlich regelmäßig wiederholt – und bei Firmeninhabern für großes Unverständnis sorgt.
Abbruchunternehmer Heinrich Schett etwa gibt jedem eine Chance, der sich mit fleißiger Arbeit bewähre. "Bei mir muss man schwer tragen und unter harten Bedingungen arbeiten", sagt er den "SN". Menschen aus Afghanistan kämen damit gut zurecht, Österreicher finde er für solche Tätigkeiten schlicht nicht mehr.
Ende August wurde bei einer Kontrolle plötzlich festgestellt, dass die Arbeitserlaubnis bei fünf seiner zwölf Arbeitnehmer nach zwei Jahren ausgelaufen sei. Ein Betroffener wurde noch auf der Baustelle festgenommen und in Schubhaft gesteckt – ein Vorgang, der noch eine kuriose Wendung nehmen sollte.
Weil der Arbeiter zuerst in Griechenland einen Antrag gestellt hatte, wurde er dorthin abgeschoben Genau von dort erreichte Unternehmer Schett wenig später ein Anruf: Ob der Afghane bei ihm wohne und arbeite. Er werde wieder nach Österreich geschickt. "Es kann doch nicht sein, dass gesunde Menschen, die arbeiten wollen, verhindert werden. Sie kosten den Staat nichts, zahlen Steuern und beleben die Wirtschaft mit ihrem Gehalt."
Auslöser für die aktuelle Häufung an Fällen ist ein neues Asylgesetz, dass EU-Vorgaben in nationales Recht ummünzen sollte. Personen, deren Asylverfahren in erster Instanz negativ entschieden wurde, dürfen nun nicht mehr arbeiten, auch wenn das Verfahren noch weiter läuft und womöglich doch noch positiv endet. Und abgeschoben werden können Menschen etwa nach Afghanistan sowieso nicht. Sie dürfen dann also einzig nicht mehr arbeiten, sonst bleibt alles beim Alten.
Die dafür zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) sagt den "Salzburger Nachrichten" dazu, dass man Menschen nicht in den Arbeitsmarkt integrieren könne, deren Aufenthaltsstatus nicht geklärt sei. "Wir haben genügend Menschen, die dem Arbeitsmarkt bereits zur Verfügung stehen."